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Sonntag, 31. Mai 2015

Michel Cluizel, letzter Tag

Oh nein, nun ist es mir doch passiert, auf der Zielgeraden das Ziel verfehlt! Naja, ich hatte auch viel um die Ohren, aber das soll keine Entschuldigung sein, deswegen (und weil ich gleich wieder los muss) kommt in Windeseile der letzte Test!
Ein roter Sonntag mit der Michel Cluizel Plantation Mokaya Bio. Dabei handelt es sich um eine 66%ige Schokolade von einer mexikanischen Plantage. 



Das Täfelchen duftet leider kaum, wenn man es auspackt und nimmt man es in die Hand, scheint es sofort weg zu schmelzen (und da wir gerade in Berlin nichts haben, das man als echten "Sommer" oder Spätfrühling bezeichnen könnte, kann es auch nicht an einer zu warmen Außentemperatur liegen...). Dieser Effekt setzt sich auch im Mund fort und ehe man es sich versieht, ist man auch schon fertig mit der Mokaya Bio. Das geht fast so schnell, dass man manche Geschmacksnoten verpasst. Hauptsächlich schmecke ich Süße, dann eine leicht kakaobittere Note und den gewohnten, leicht fettigen Film. Das Geschmackserlebnis geht so schnell, wie es kommt, eine langfristige Erfahrung ist es nicht. Schade, denn so bleiben als Geschmacksnoten nur Süß und ein kleines bisschen fettiges Bitter.

Naja, ein wahres Geschmackswunder war leider unter diesen Täfelchen nicht zu finden. 
Ich habe mich dafür entschieden, eine abschließende Gesamtbeurteilung in einem separaten Beitrag einzustellen, der hoffentlich ganz bald folgt. Dafür möchte ich mich aber noch ein wenig wie versprochen über die unterschiedlichen Auszeichnungen für Schokolade schlau machen.

Freitag, 29. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 4

So, ihr Lieben, ist heute ein blauer oder ein roter Tag? ;)
I feel blue, weil ich es gerade geschafft habe, mich irgendwo in der Brandenburger Pampa zu verfahren, statt meinen Sportkurs zu finden, wodurch ich zwar ein sehr nettes verschlafenes Dorf mitsamt Dorfkirche gefunden habe, zum einstündigen Kurs aber eine halbe Stunde zu spät kam. Eigentlich sollte man so einem Blues ja entgegensteuern, aber heute ist mehr ein Tag für hellblau. Hab ich eben Lust drauf. Vielleicht, weil die Schoko schon durch die Verpackung duftet. Mal sehen, was sie so hält.

Es geht um die Plantation Vila Gracinda mit immerhin 67% und damit bisher den meisten Prozent Kakao.



Hübsch, oder? Bisher meine Lieblingsfarbe, die könnte ich mir großflächig an die Wand packen.

Ausgepackt und dran geschnuppert, riecht die Schoko immer noch sehr angenehm, und geschmacklich ist die Schokolade ebenfalls, wie die gestrige, recht intensiv. Ich schmecke recht stark eine Art speckige Note heraus, weil sie, wie alle bisher, ein wenig "fettig" wirkt und durch die Röstnote... fühle ich mich irgendwie an Frühstücksspeck erinnert. Ich kann nicht endgültig sagen, ob das nun gut oder schlecht ist, irgendwas dazwischen, aber die gestrige hat mir eindeutig besser gefallen!
Bisher war ich ja nicht so sehr überzeugt von Michel Cluizel, sie haben Potenzial, aber es fehlt das gewisse Etwas, das die Schokolade aus der Masse heraus stechen lassen könnte.
Aber morgen kommt das Finale mit abschließender Beurteilung der Packung und einer letzten, roten, kleinen Tafel.

Naja, ich werde jetzt versuchen, einen Ersatzkurs zu meinem nicht gefundenen zu buchen.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 3

Als kleines Gegenprogramm zum GNTM-Finale, das gerade immer noch aufbereitet, inwieweit der verdächtige Koffer harmlos war, kommt hier meine dritte von fünf Schokos.
Es muss ja kein allzu langer Test werden, damit wir uns auch alle schnell wieder auf das Topmodel-Finale konzentrieren können, sofern außer langer Aufbereitung des unerwarteten Abbruchs sonst noch etwas läuft.

Also, heute die gelbe Schokolade der Plantation Mangaro mit 65% Kakao:



Diese Schokolade riecht angenehm fruchtig und erweist sich auch als frisch und angenehm im Geschmack. Sie hat keinen zu weichen Schmelz und ist ganz leicht säuerlich-fruchtig. Damit ist sie mein eindeutiger Favorit bisher!
Allerdings, und hier kommt mein mahnender Zeigefinger, sind die Aromen nicht rein aus der Kakaobohne oder ihrer Verarbeitung gewonnen, sondern es wurde laut Etikett Bourbon Vanille hinzugefügt. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen, nur, dass es recht schade ist, dass andere Schokoladen auch ohne Vanille ein ähnliches oder sogar ein besseres Aroma und Gesamtpaket abgegeben haben als diese. Ansonsten ist sie aber nicht zu beanstanden. Der Geschmack bleibt lange genug auf der Zunge, eine gute, solide für zwischendurch :)
Morgen und übermorgen kommen noch ein blaues und ein rotes Schokolädchen.

Oh, ich sehe gerade, eventuell geht es jetzt los mit Topmodel. Für wen seid ihr? Guckt ihr die Sendung? Ich bin für Anu, nicht, dass ich so eine Sendung schauen würde... ;)

Mittwoch, 27. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 2

Jetzt hätte es meine guten Vorsätze beinahe schon erwischt und dazu reichte ein Besuch beim koreanischen Teehaus nach unserem Training. Seeehr empfehlenswert, nicht nur für Teefreunde, auch das Essen kann sich sehen lassen. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, besonders, weil es gerade mal drei kleine Tische in der unteren Ebene gibt.
Aber jetzt zur Schokolade :)

Heute geht es um die "Maralumi" von Michel Cluizel. Sie hat 64% und riecht und schmeckt ein wenig charakteristischer. Ihr Schmelz ist ein wenig härter als die gestrige. "grüne" Schoko, hat leider auch denselben ganz leicht fettigen Film. Trotzdem schmeckt sie mir wesentlich besser als die gestrige und die Aromen bleiben auch länger im Gaumen erhalten. Für mich sind 64% eigentlich ein wenig zu wenig, weswegen sie mir ziemlich süß vorkommt, aber ich denke, für so "wenig" Prozent ist das durchaus in Ordnung. Ein ganz bisschen erscheint sie mir rauchig-rostig, wie die "Bacon-Sorten", die ich bisher probiert habe, aber diese Note hält sich so dezent im Hintergrund, dass sie zum Glück nicht negativ ins Gewicht fällt. Anders als bei den eben genannten, bei denen mich der Bacon-Geschmack wirklich sehr irritiert hat, bildet die rauchige Note hier durchaus eine Bereicherung!

Ich habe jetzt öfter gelesen, dass Schokoladen, beispielsweise auch die von Michel Cluizel, "preisgekrönt" sind, was als Zeichen besonderer Exklusivität gehandhabt wird. Ich denke, ich lese mich da mal rein, was es so für Auszeichnungen für Schokolade gibt, im Moment beschleicht mich das Gefühl, dass es für wirklich jedes Detail an Schokolade eigene Auszeichnungen gibt... und das ist vielleicht nur mäßig sinnvoll. Aber vielleicht irre ich mich da ja!

Dienstag, 26. Mai 2015

Michel Cluizel Testwoche

Hello again! <3

Ich gebe zu, das war eine extrem lange Schreibpause. Nicht, dass ich komplett untätig gewesen wäre, aber meine Bachelor-Arbeit hat mir scheinbar alles andere aus dem Kopf gewischt, ich kann irgendwie nicht an mehreren "Baustellen" gleichzeitig schreiben >.<
Um jetzt wieder in den Fluss zu kommen und damit ich nicht wieder zu lange um den nächsten Eintrag herum druckse, stelle ich euch in den folgenden 5 Tagen wieder ein kleines Set von insgesamt 16 Tafeln Probiergröße vor, eine kleine Testwoche also. Ich habe das Set geschenkt bekommen, allerdings heißt das natürlich nicht, dass ich weniger kritisch urteile. ;) Diesmal nicht wie das letzte Mal von Domori, sondern von Michel Cluizel. Mal sehen, ob die mich genauso überzeugen wie Domori!


16 Tafeln, manche gibt´s doppelt und dreifach...

Das Äußere

Die Packung ist vielversprechend, 16 Täfelchen, fein säuberlich in eigener Schachtel. Zu sehen sind erst einmal 4 Sorten, wer ganz genau hinguckt, entdeckt unter der Überschrift 1ers Crus fünf kleine, auf ihrer Spitze stehende Quadrate, heißt das etwa, es sind 5 Sorten enthalten? Leider lässt die Verpackung den Verbraucher bis zum Öffnen darüber im Unklaren, auch da auf der Rückseite leider keine detaillierte Zutatenliste der einzelnen Sorten Platz findet, sondern lediglich alle Inhaltsstoffe gemeinsam gelistet werden. Eine Aufteilung in die unterschiedlichen Herkunftsplantagen habe ich bei genauerem Hinsehen entdecken können, eindeutig ist aber leider anders.
Tatsächlich finden sich fünf Sorten in der Packung (was sich komisch rechnet bei 16 Täfelchen...) zusammen mit einem kleinen Infoheftchen, das alle Plantagen in vier Sprachen (französisch, englisch, deutsch und spanisch) vorstellt und beschreibt:


Das Heftchen ist zugegeben sehr hübsch gestaltet
Gerade das Heftchen ist wirklich hübsch gelungen, es greift die Farben der einzelnen Schokoplättchen für die Nichtleser überschaubar wieder auf, nur die haben von den einzelnen Erläuterungen ohnehin nicht so viel. Es gibt sogar eine kleine Karte mit einer bildlichen Darstellung der Herkunftsorte.



Die inneren Werte - Los Anconès, Saint-Domingue

Beginnen möchte ich mit einem grünen Täfelchen. 67% Kakao, kein Sojalecithin, aber dem Duft nach zu urteilen recht viel Kakaobutter.

Weder besonders gut noch besonders schlecht.
Die Schokolade schmilzt leicht und zart auf der Zunge, hat einen ganz leicht fettigen "Film", möchte ich sagen. Für 67% ist sie weder zu süß noch zu sauer oder gar bitter, jedoch fehlt mir noch das gewisse Etwas. Sie erinnert mich an die Tafel Michel Cluizel, die ich letzten Sommer getestet habe. Weder besonders gut noch besonders schlecht, nur leider nichts Außergewöhnliches: Eine gute Schoko für zwischendurch, aber jetzt bin ich mal gespannt, was die folgenden Tage noch bringen werden! Ich hoffe sehr, dass mich Michel Cluizel noch positiv überraschen wird.

Montag, 6. April 2015

Rózsavölgyi Csokoládé

Einen schönen Ostermontag euch allen!  

Mein Vater hat mir zu Ostern aus Ungarn eine echt ungarische Schokolade mitgebracht, aus der Rózsavölgyi Manufaktur. Das letzte Mal habe ich diese Schokolade in Amsterdam gesehen, mich dann aber doch dagegen entschieden. Schön, dass ich sie jetzt wieder in Fingern halte!
Wegen meiner kleinen, persönlichen Bindung an Ungarn folgt unten eine Zusammenfassung dieses Beitrages auf Ungarisch. Nicht, dass ihr euch über diese komischen Buchstabenfolgen wundert ;)

Testen werde ich jetzt also von Rózsavölgyi Csokoláde Budafok die Madagascar mit 72% Kakaoanteil mindestens, aus Akesson estate-trinitario-Kakao.
Zutaten: Bio Kakaobohnen, Bio Rohrzucker, Kakaobutter,


Das Äußere

Die Schokolade ist wirklich hübsch verpackt, wie Geschenkpapier! Die zwei kreisrunden Aufkleber kleben das Paket vielleicht ein kleines bisschen zu gut zu, aber immerhin ist es gut und annähernd luftdicht verschlossen. Die Beschriftung ist auf Ungarisch und auf Englisch, weil man die Schokolade auch europaweit (ob noch weiter, weiß ich nicht) kaufen kann.
Die innere Verpackung besteht noch einmal aus einer Art Butterbrotpapier und darin liegt wohl eine der hübschesten Tafeln, die ich bisher in Händen gehalten habe. Ein tolles, abstraktes (ungarisches) Blumenornament ziert die gesamte Vorderseite. Der Duft lässt hoffen, denn er trifft genau die Beschreibung auf der Banderole: fruchtig, an die Kakaobohne selbst erinnernd, süß-säuerlich (nicht im asiatischen Sinne ;) ).


Die inneren Werte

Mit einem krossen Knacken bricht die Schokolade. Sie schmilzt sehr schnell auf der Zunge und schmeckt tatsächlich nach Kakaobohne, nämlich nach den Bohnen, die ich erst vor Kurzem in jedem Roh-Stadium probieren durfte! Sehr angenehm. Äußerst fruchtig. Ich merke lediglich einen leicht öligen Geschmack, der von der Kakaobutter herrührt und neben dem Fruchtaroma merkt man ganz, ganz zarte Röstnoten. Die fruchtige Basis bleibt lange auf der Zunge. Insgesamt eine sehr leckere Schokolade, die sich schnell wegfuttert!


Fazit

Die Schokolade von Rózsavölgyi ist definitiv den Kauf wert! Sie hält 100%ig, was sie auf der Packung verspricht. Die Beschriftung in Englisch ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Eine tolle Schokolade gerade für den Frühling, bei der sich die fruchtigen Aromen angenehm zeigen.
Pro: Tolle Verpackung; ausgesprochen hübsche Tafel; gute Beschriftung auf Ungarisch und Englisch; sehr aromatische, kakaobohnenfruchtige Schokolade; guter Schmelz; langes Aroma.
Contra: Nicht so häufig zu kaufen; eventuell ein wenig viel Kakaobutter, aber das ist Geschmackssache; lässt sich nicht so gut wieder verpacken.

Ergebnis: ***** / *****. Fünf von fünf möglichen Sternen!

Dazu hat mein Vater mir auch eine Art "Zeitung" von Rózsavölgyi mitgebracht, in der die genaue Herkunft der Schokolade, viel Informationsmaterial und schöne Fotos enthalten sind.



Rózsavölgyi Csokoládé

Az apukám  húsvétra egy nagyon szép tábla csokit hozott Magyarországból. Ezért egy rövid összefoglaló a fenti tesztröl magyarul is muszáj :)
Szóval! A csoki csomagolása szép, jól átgondolt, ötletes. Nagyon helyes ötlet a csoki elejére egy magyaros mintát rakni, még hozzá ilyen egy szépet! Maga a csoki pedig nagyon aromatikus, nem hazúdás, hogy emlékeztet a kakaógyümölcs húsának ízére! A pörkölés is ízlelhetö, de épp egy kellemes mértékben. Szépen olvad a nyelven, se nem túl száraz, se túl zsíros. Ezért összesen a teljes pontszámot kapja tölem, ami az öt csillag!
A csoki mellett még egy kis füzet vagyis újság is járt, amiben utána lehet olvasni angolul, hogy honnan ered a kakaóbab és hogyan készitik a különbözö csokoládékat. Plusz persze a díjakat is meg említik, amelyeket eddig nyertek.
Ennyit magyarul, mert végülis ez egy német blog ;)

Montag, 16. März 2015

Belyzium tabu

83%

Ich möchte gar nicht erst Zeit verlieren, daher gleich heute der Test der speziellen "tabu"-Schokolade von Belyzium, genau nach der Bedienungsanleitung, wie sie zu handhaben sei: Man lagere sie im Kühlschrank. Nehme sie heraus. Lasse sie etwa 5 Minuten auftauen. Dann genießen :)
Wie ich erwähnt habe, ist das eine Schokolade, die einen anderen Schmelzgrad hat als normale Schokoladen. Es gibt sie als Tafeln oder als Sticks, ich habe mir Sticks geholt, da ich ja eh teste :)

Das Äußere

Ein kleiner Größenvergleich :)
Die Verpackung ist schlicht und super-unscheinbar, Butterbrotpapier, vorne ein Aufkleber mit der Prozentzahl, hinten ein Klebepunkt, der die Packung schließt, an beiden Enden eingedreht wie ein Bonbon früher. Dazu lässt sich wirklich nicht viel sagen. Interessanterweise lässt diese Verpackung die Schokolade nach etwas Besonderem aussehen, so wie ja häufig in irgendeiner Art besondere Artikel sehr schlicht aussehen. Frisch aus dem Kühlschrank bricht die Schokolade knackig, aber schwer (die Sticks sind allerdings auch dicker als die Tafeln). Sie duftet fruchtig-kakaoig.

Die inneren Werte

Nach etwa fünf Minuten traue ich mich an das Probierstückchen, nicht, dass ich das perfekte Aroma verpasse ;) Nein, das ist nur ein Witz, ich hoffe mal, dass man nicht immer einen Wecker stellen muss, ehe man mal ein Stück Schoko essen darf, das wäre ja selten umständlich ;)
Sobald die Schokolade die Zunge berührt, fängt sie schon an zu schmelzen. Ein wenig, wirklich, wie Eissschokolade, für die, die sie kennen und mögen. Sie ist ausgesprochen bitter (wobei ich mich habe belehren lassen und sie deswegen lieber "ausgesprochen kakaointensiv" nenne, weil "bitter" zwar eine Schokoladenbitterkeit bedeutet und wenn der Kakaogeschmack dominiert, ist das eine angenehme Bitterkeit, anders als zB. roher Industriekakao) und verschwindet, ehe man sich´s recht versieht. Zurück bleibt eine fruchtige Kakaonote.
Der Schmelz ist somit eindeutig außergewöhnlich, super-cremig, gleichzeitig ein winziges bisschen körnig. Der Geschmack ist ebenfalls herausragend, schön fruchtig, herb, nicht zu süß. Schmeckt in jedem Fall nach mehr, mehr, mehr!

Fazit

Diese Schokolade ist in jeder Hinsicht besonders. Wo vielen kleinen, jungen Manufakturen zwar gute Schokoladen mit Aromen gelingen, wie Lebkuchen, Nüsse, Chili, schafft es diese Schokolade, einen ausgesprochen markanten, ausgewogenen, guten Geschmack zu schaffen. Noch dazu in einer Konsistenz, wie ich sie bisher noch selten geseh
en habe. Außerdem ist die Schokolade absolut bean-to-bar, frisch hergestellt in der Berliner Manufaktur, nie länger als einige Tage gelagert. Daher erhält diese Schokolade eine Benotung, wie es sie noch nicht gab, denn die Konsistenz ist einfach zu herausstechend aus der Masse an Schokoladen, als dass sie unerwähnt gelassen werden dürfte.
Pro: Eigentlich so ziemlich alles: einer der ausgewogensten Schokoladen vom Geschmack her bisher; sehr lobenswerte Herstellung; unglaublicher, besonderer Schmelz.
Contra: Verpackung zu schlicht; muss im Kühlschrank gelagert und vor Verzehr 5 Minuten "aufgetaut" werden.

Ergebnis: ***** + / *****. Fünf von 5 Sternen und ein Plus!

Donnerstag, 12. März 2015

PACARI® Piura Quemazón

single region fine chocolate
70% cacao

Zutaten: Kakaobohnen*, Zucker*, Kakaobutter*, Sonnenblumenlecithin, Frei von Soja, Kann Spuren von Milch, Nüssen und Erdnüssen enthalten!

Diesmal teste ich eine Schokolade, die, böse böse, Lecithin enthält. Es handelt sich dennoch um etwas Besonderes, um ein "from tree to bar"-Produkt von pacari®, eine ecuadorianische raw-Schokolade. Raw-Schokoladen, das sind solche, deren Bohnen nie auf mehr als 49° erhitzt worden sind und die deswegen mehr gesunde Antioxidantien enthalten, die wiederum der Zellerneuerung helfen.
Dazu gehört die Bohne Piura Quemazón zu den weißen Kakaobohnen, wie die Piura Porcelana, von der ich schon eine Schokolade vorgestellt habe: hier .
Nun zur Schokolade!



Das Äußere

Pacari® hat ein festes Konzept, wie grundlegend alle Schokoladen verpackt sind. Diese Verpackung habe ich bereits hier, als ich das erste Mal pacari® getestet habe, genauer beschrieben und auch die Tafel, die ich jetzt in der Hand halte, macht darin keine Ausnahme. Die Schokolade duftet angenehm, wenn man die Nase ran hält und sie bricht recht hart.






Die inneren Werte

Es dauert eine ganze Weile, bis das Stückchen Schokolade anfängt zu schmelzen, dann aber entfaltet sich ein sehr angenehmes, tief-schokoladiges Aroma, ein wenig fruchtig. Die Konsistenz ist gut, viel weniger cremig als die anderen Schokoladen, die ich in letzter Zeit getestet habe. Mir persönlich gefällt diese Konsistenz, doch es ist nichts, was ich nicht schon bei anderen Schokoladen gesehen habe, die ohne Lecithin auskommen. Vielleicht liegt es am Verfahren für raw-Schokolade, dass Lecithin notwendig wird, ich weiß es nicht genau. Dennoch hinterlässt die Schokolade einen sehr angenehmen, leicht süßen und fruchtigen Nachgeschmack. Sie schmeckt eigentlich nicht viel anders als "nicht-raw"-Schokolade derselben Marke.


Fazit

Pacari® ist hier eine grundsolide Schokolade gelungen, die gerade mit ihrer milden Fruchtigkeit gut überzeugen kann. Und ich als Verfechterin der Ansicht, dass Schokolade eben doch gesund ist, freu mich natürlich wie ein Schnitzel, dass raw-Schokolade nun tatsächlich gesund sein soll. Insofern gerne mehr davon!
Pro: raw; angenehme Konsistenz; mild-fruchtig; angenehmer Nachgeschmack.
Contra: Sonnenblumenlecithin.

Ergebnis: **** / *****. Vier von fünf möglichen Sternen!

Montag, 9. März 2015

MAROU FAISEURS DE CHOCOLAT

Lam Dong 74%
So Co La Den
Single Origin
Dark Chocolate

Zutaten: Kakao 74% mindestens (Kakao & Kakaobutter), Rohrzucker.

Heute stelle ich euch eine Schokolade vor, die mir mehr zufällig beim Shoppen in die Hände gefallen ist. Mit einem stolzen Preis von 6 Euro zählt sie auf den ersten Blick zu den teuereren Schokoladen, allerdings sind auch 100g enthalten und da nivelliert sich das, die anderen Schokoladen, die ich teste, liegen ja auch meistens bei 3 bis 4 Euro, aber für 50-60g!


Das Äußere

Die Tafel ist wirklich hübsch verpackt und ich fand sie auch daher auf den ersten Blick anziehend. Die Bezeichnung "tut so, als wäre sie vietnamesisch", wobei ich ganz leicht bezweifle, dass in Vietnam Schokolade "So Co La De" heißt :) Auf der Rückseite ist genau beschrieben, wo die Schokolade herkommt, der Kakao nämlich tatsächlich aus Vietnam, aus den Wäldern nahe der Hochebene zwischen Madagui und Bao Loc. Hergestellt wird die Tafel dann in Saigon.
Die Papierverpackung ist sauber und super-klebend geschlossen, allerdings wirklich nicht zum Wiederverschließen gedacht :) Und in der äußeren liegt eine innere Verpackung aus vergoldeter Folie. Die Aufteilung der Tafel finde ich wirklich schön, daher findet sie sich auch auf einem der Fotos wieder :)


Die inneren Werte

Beim Öffnen haut einen der Duft zwar nicht gerade um, angenehm riecht es aber in jedem Fall, leicht rauchig, süßlich-herb. Die Stücke knacken weich, wenn man sie bricht.
Auf der Zunge ist die Schokolade anfangs ganz schön sauer! Nach und nach kommt die kakaoig-bittere Note durch und erst ein ganzes Stück später die Süße, zusammen mit einem milden Raucharoma. Der Schmelz ist auch bei dieser Schokolade kaum zu beanstanden, selbst an einem ganzen Stück hat man gut zu essen ;) 
Sie hinterlässt einen säuerlichen Nachgeschmack. Ich habe es als ziemliche Überraschung empfunden, so einen sauren Geschmack zu bekommen, wo der Geruch eher rauchig-baconig wirkte. Das bleibt aber auch die einzige Überraschung, im Nachgeschmack kommt noch ein kleiner Hauch Orange dazu, aber nur ganz leicht. Eine schön zu essende, weil nicht komplizierte Schokolade :)


Fazit

Für einen Spontankauf bin ich wirklich zufrieden mit dieser Schokolade! Wenn die Angaben dazu noch wahr sind (und davon gehe ich jetzt einfach mal aus), ist das einzige Problem, dass eine Herkunft aus Vietnam noch rein gar nichts über die Bedingungen dort aussagt; immerhin wird sie auch vor Ort verarbeitet. Eine ziemlich gute Schokolade mit überzeugendem, recht speziellen Geschmack, also grundsolide.
Pro: Hübsche Verpackung; guter Schmelz; angenehm ausgewogener Geschmack; speziell; ohne unangenehme Überraschungen.
Contra: Herkunft sagt nichts über Herstellungsumstände aus; Packung etwas zäh zu öffnen; Schokolade ist schon eher sauer.

Ergebnis: *** / *****. Drei von fünf möglichen Sternen!

Ach, ein kleiner Nachtrag! Am kommenden Samstag bin ich zu Besuch bei Belyzium und darf dort meine eigene Schokolade herstellen und Fragen stellen. Der Bericht folgt dann hier auf dem Fuße! Seid gespannt, ich jedenfalls bin es :)

Donnerstag, 5. März 2015

Wohlfarth 2081

Zutaten: Kakaomasse, Roh-Rohrzucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver. Kakao: 81% mindestens.
Alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Als Ergänzung zum eh schon zu langen Artikel über Wohlfarth Schokoladen kommt nun der Test der 2081. Diese Tafel enthält Vollmilchschokolade, deswegen fiel sie zuerst aus meiner Testreihe raus, aber nun, da ich die Geschichte der Tafel gehört habe, hat sie mein Interesse geweckt :)


Äußere Erscheinung

Die Verpackung ist wie bei den anderen Schokoladen von Wohlfarth, Zellglas-Folie und eine Altpapier-Banderole darum herum. Darin sieht man die hübsche, typisch gemusterte Tafel. Wenn man die Nase ganz nah an die Folie hält, kann man schon den Duft erahnen ;)
Beim Auspacken riecht die Schoko angenehm nach Kakao und schön süß. Sie bricht sehr weich (genau so, wie sie auch gebissen sehr weich bricht). Diese Verpackung ist nicht die endgültige Variante, es soll laut C. Wohlfarth noch eine Verpackung aus Pappe folgen, die sich an den gerade "angesagten" Schokoladen von Domori, Pacari, Original Beans usw. orientiert.




Innere Werte

Die Schokolade besteht laut den Aussagen von Christoph Wohlfarth aus 100%iger Schokolade und Milchschokolade, von der genau so viel hinzugefügt wird, dass das Gesamtergebnis 81% Kakao beträgt. Dabei soll sie aber süßer schmecken als übliche 81%ige Schokolade, weil die Milchschokolade die Milde hinzugibt (Für C. Wohlfarth die "Schokolade der Zukunft", weil die Milch- und Bitterschokoladenliebhaber beide auf ihre Kosten kommen, daher das zukünftige Datum).
Das Interessante ist, dass der Schmelz wirklich mehr an Milchschokolade erinnert, sogar eine leichte milchige Note lässt sich erahnen. Es ist spannend, eine dunkle Schokolade zu essen und dabei einen Milchschokolade-Geschmack zu haben, nur in bitter. Schwer zu beschreiben :) Mir persönlich ist sie ein wenig zu milchig, ich bin eben die Bitter-Fraktion! Aber das Konzept geht auf, zumindest insofern, als dass man eindeutig beide Schokoladenarten herausschmecken kann, was ich gar nicht in diesem Maß gedacht hätte.


Fazit

Die Komposition hat Potenzial, auch wenn sie vielleicht noch ein wenig experimentell wirkt. Daher trifft der Name als "Schokolade der Zukunft" schon gut den Kern der Sache, Dazu weiß ich ja, dass es sich um "guten" Kakao handelt und sogar die Verpackung komplett abbaubar ist. Wie ich aber ebenfalls erfahren habe, lässt sich die Schokolade nicht perfekt lagern, weil das Zellglas ein wenig an Aroma "verduften" lässt.
Pro: Schöne, durchdachte Idee; ökologisches Produkt; überraschender Schmelz; leichter "Nachgeschmack" (Geschmack bleibt auf der Zunge).
Contra: Wirkt noch ein wenig experimentell; mir als Bitterliebhaber ein wenig zu milchig; Verpackung wie bei den anderen Schokoladen nicht gut zu öffnen und zu schließen (daran wird in Zukunft gearbeitet).

Ergebnis: *** / *****. Drei von fünf möglichen Sternen!

Mittwoch, 4. März 2015

omNom hand crafted chocolate reykjavik 70%

Heute teste ich für Euch eine meiner Ausbeuten von meinem Besuch bei Wohlfarths Schokoladen. Es handelt sich dabei um handgefertigte Schokolade aus Island, 70% Kakaoanteil, die Kakaobohnen kommen aus Papua Neu Guinea, wie der Umschlag erkennen lässt.

Zutaten: Organische Kakaobohnen aus Papua Neu Guinea, roher Rohrzucker und Kakaobutter.



(Angebliche) Geschmacksnoten















Äußere Erscheinung

Die Tafel ist fast schon "typisch nordisch" verpackt, funktional und einfach, wobei die Betonung wirklich auf funktional liegt. Dabei hat sie etwas geometrisches, was ich sonst eher von nordischen Deko-Elementen zur Heimgestaltung kenne ;) Schön ist, dass die Schokolade super-einfach wieder zu verpacken ist, man merkt gar nicht, dass sie schon einmal geöffnet war!
Innen findet sich eine Alufolie, die auf der der Schokolade zugewandten Seite extra beschichtet ist. Noch bevor man deren Klappe öffnet, strömt einem schon ein intensiver, rauchiger Geruch entgegen. Das lässt mich befürchten, was ich sicher gleich schmecken werde: Bacon!
Inzwischen habe ich aber von Christoph Wohlfarth erfahren, dass dieser rauchige Duft daher kommt, wie die Kakaobohnen geröstet werden, in diesem Fall über offenem Feuer. Jeder, der schon einmal aus Scherz ein Glas über eine Kerze gehalten hat, weiß, was dann passiert: Es bildet sich Ruß. Das ist das ganze Geheimnis!


Innere Werte

Die Schokolade hat einen angenehmen Schmelz, recht bald macht sich der rauchige Geschmack breit. Es finden sich auch ganz leicht säuerliche Noten, die mit dem weiteren Verzehr deutlicher hervortreten. Die Konsistenz ist cremig, weder zu leicht, noch zu schwergängig. (Für mich zum Glück) tritt nach und nach das Rauchige aroma ein wenig in den Hintergrund und kommt erst beim Abgang wieder deutlich zum Vorschein (für mich nicht so sehr zum Glück ;) ). Der Geschmack der Schokolade, der gegen Ende auch deutlich buttrige Züge annimmt, bleibt eine angenehme Weile ohne störende Nebengeschmäcker auf der Zunge. Insgesamt ist der Geschmack sehr ausgewogen, lediglich die anfangs etwas ungewohnte Note von "Bacon" ist vielleicht gewöhnungsbedürftig. Keine Schokolade, von der man auf einmal eine ganze Tafel essen sollte, aber das wisst Ihr ja, wie ich dazu stehe. ;)


Fazit

Diese Schokolade wurde mir bei Wohlfarths empfohlen, und nicht zu unrecht! Sie ist sehr speziell, von der Konsistenz her absolut nicht zu beanstanden und rund im Geschmack, bildet einen angenehmen Nachgeschmack und die Firma legt sogar Wert auf gute Produktionsbedingungen (diese Info steht allerdings nicht auf der Verpackung). Lediglich die sehr eigenwillige Note ist vielleicht ein kleiner Minuspunkt, weil sie so sicher nicht Jedermanns Geschmack trifft.
Pro: Super Konsistenz; ein großes Plus für das hübsche Design ;) ; charakterstarker Geschmack mit angenehmem "Halt"; Wert gelegt auf gute Bedingungen.
Contra: Sehr eigenwilliger Geschmack, denn das Rauchige kann durchaus auch als störend empfunden werden, daher keine Schokolade für alle Fälle.

Ergebnis: **** / *****. Vier von fünf möglichen Sternen!


Wie steht Ihr zu Schokolade, die nach "mehr als nur Schoko" schmeckt? Wollt Ihr einfach Schokolade schmecken, wenn Schokolade drauf steht, oder gehört Ihr zur wagemutigen Chili-Schoko-Experimentier-Fraktion?

Mittwoch, 18. Februar 2015

coppeneur cru de cao single origin chocolates 74%



Ich habe Post! :)
Nein, das ist natürlich nur ein Spaß, aber mir gefallen ja ausgefallene Designs und das ist wirklich hübsch, diese Schokolade kommt nämlich wie eine Briefsendung daher.
Von der coppeneur, die ich das letzte Mal getestet habe, war ich leider nicht komplett überzeugt, daher bin ich gespannt, was diese hier bieten wird.


Das Äußere

... sieht aus wie ein Brief, ich sagte es bereits. Positiv fällt auf, dass ausgesprochen viele Angaben freiwillig gegeben werden, das Foto zeigt´s. Da sieht man sogar die explizite Farm, die Kakaosorte, die Rostung. Meine Güte, mehr kann man sich gar nicht wünschen!
Packt man diesen Teil aus, stößt man auf einen niedlichen Brief von Herrn Coppeneur. Süße Idee, wirklich, wie als ich als Kind einen Brief vom Nikolaus gekriegt habe, dass er sich fortan um andere, jüngere Kinder kümmern muss. Die Glaubwürdigkeit ist ähnlich :) Aber der Wille zählt.

Alsdann stößt man auf die innere Verpackung, die der der anderen coppeneur ausgesprochen ähnlich sieht. Die Tafel ziert in ihrer
durchsichtigen Plastikfolie eine etwas abstrakte Kakaobohne, dafür hat sie leider keine Voreinteilung in Stücke. Design hat eben seinen Preis ;)
Die Schokolade knackt schön, vielleicht ein wenig zu weich und sie duftet angenehm, recht bitter.
Sehr positiv fließt natürlich der super-offene Umgang mit der Herkunft der Bohnen in meine Bewertung ein!

Die inneren Werte

Die deutlich bittere Kakaonote verbreitet sich sehr schnell im Mund, dafür sorgt ein sehr weicher, leider nicht ganz gleichmäßiger Schmelz. Der Abgang ließe sich schon fast als leicht bitter bezeichnen. Leider entspricht die Schokolade damit so gar nicht meinen Erwartungen. Aber der Reihe nach:

Dies ist die Beschreibung von coppeneur, was für ein Geschmackserlebnis den Genießer dieser Schokolade erwartet. Weißweinaromen, hölzern-harzige Aromakomponenten, eine süße Fruchtigkeit und ein Abgang mit Anklängen von Grapefruit.... Hochgesteckte Ziele und viel Fantasie verschleiern leider die Wahrheit! Ich möchte nicht zu harsch kritisieren, die Schokolade ist durchaus genießbar, jedoch scheitert sie an ihren eigenen und vor allem an den bei mir geschürten Erwartungen. Weißweinnoten habe ich gar nicht herausschmecken können, außer, wenn damit der deutlich sauer-bittere Geschmack gemeint ist, der anfangs alles überlagert. Als nächstes folgt eine trockene Bitterkeit, die eher an bittere Walnüsse erinnert, aber leider nicht gerade angenehm und nicht mild genug ist. Es handelt sich dabei nicht um die Sorte bitter, wie "Bitterschokolade" sie im Namen trägt. Der Abgang ist ähnlich, vielleicht meint der beschworene Anklang von Grapefruit ja genau das, was ich auch geschmeckt habe: einen sauer-bitterlichen Geschmack wie von Blutorangen. Wenn man all das mag, dann ist diese Schokolade sicher eine nette Spielerei, aber auch gut fünf Minuten nach dem Verzehr habe ich einen trockenen Mund und das dringende Bedürfnis, mindestens ein Glas Wasser hinterher zu spülen. Meiner Meinung nach ist die Beschreibung gut gemeint, um nicht zu sagen, die Tatsachen beschönigend.
Deswegen und wegen des großen Plus bei der Herkunftsangabe gibt es insgesamt

** / *****. Zwei von fünf möglichen Sternen! 

Und ein dickes, dickes + für die Deklaration.

Freitag, 13. Februar 2015

Original Beans Beni Wild Harvest 66%

Juhu, wieder eine Original Beans!
Ich muss ja sagen, ich halte normalerweise nicht viel von Markenaffinitäten, dass man sich auf Produkte von nur bestimmten Marken einschießt, aber im Laufe meiner Tests habe ich doch so einige Lieblinge gefunden, die mich bisher egal mit welcher Sorte nicht enttäuscht haben. Darüber schreibe ich vielleicht auch bald eine kleine Zusammenfassung.


Das Äußere

... sieht ziemlich genauso aus wie das Äußere der letzten Original Beans, die ich hier im Test hatte. Daher dazu nichts Neues, nur ein mehr oder minder schickes Foto, da ich die Tafel leider etwas geknickt habe in meiner Tasche, es war ein Spontankauf ;)
Wie ihr lesen könnt, handelt es sich um "wildgesammelte Dunkelschokolade aus handgepflücktem Wildkakao" und das schlägt sich im Preis nieder, selbst unter allen Original Beans-Sorten war diese Tafel im Regal die teuerste (mit ungefähr 4,50€ für 70g). 



Die inneren Werte

Diese Schokolade wartet mit lediglich 66% auf, ist also für meinen Geschmack eigentlich gar nicht bitter genug :) aber Außnahmen bestätigen die Regel und als ich diese eigentlich nur für mich zum Genuss bestimmte Schoko probiert habe, war mir klar, dass ich sie mit euch teilen muss.
Die Stückchen brechen ein wenig weicher als die höherprozentigen Schokoladen und die Tafel verströmt einen intensiven Duft nach Kakao und Frucht. Laut Packung schmecke ich Blumenhonig, Aprikose und Jasmintee, bei den ersten beiden bin ich ja noch einverstanden, aber für Jasmintee bedarf es wirklich eines guten Bisschens Fantasie. Die Konsistenz kann auf voller Länge überzeugen, sie unterstützt durch den gleichmäßigen Schmelz die Aromen der Schokolade, bleibt lange auf der Zunge und hinterlässt einen angenehm süßen Geschmack mit deutlichem blumigen Honigaroma. Erst wenn dieser dominante Geschmack verflogen ist, lässt sich so etwas wie eine zarte Jasminteenote erahnen.


Fazit

Eine tolle, milde, außergewöhnliche Schokolade, die haptisch voll überzeugen kann! Die Preislage ist schon deutlich im hochklassigen Segment, aber das ist in Ordnung, solange man diese Tafel als das sieht, als das sie gesehen werden will: Etwas Besonderes, das man wertschätzt und als Belohnung genießt.
Eindeutige...


***** / *****. Fünf von fünf möglichen Sternen!


Wie seht ihr das, glaubt ihr solchen Werbeversprechen von handgepflücktem, wildwachsenden Kakao? Ich stehe dem ja immer ein wenig kritisch gegenüber... Ein Artikel zum Thema folgt!

Freitag, 6. Februar 2015

Zwei Kurztests

Lange, lange ist mein letzter Post her!
Heute berichte ich Euch, was inzwischen geschah, ich habe einige Schokoladen eingekauft, die ich teilweise schon getestet habe, darunter die Cru de Cao Republic of Ghana PURistique 85% Cocoa Forastero von coppeneur und die SACHA 85% von KALLARI. Beide sind sehr liebevoll verpackte, laut Herstellerangaben ebenso liebevoll hergestellte Schokoladen, die aber geschmacklich nicht voll überzeugen können, weswegen ich beide als Kurztests hier gleich anfüge.


Die KALLARI SACHA 85%



Gerade gemessen an der Packungsgröße von 50g finde ich es erstaunlich, dass die Schokolade doch in ordentlich große 
Portionen geteilt ist. Regelrecht schwer zu brechen! 
Der Duft kann überzeugen, er ist sehr kakaohaltig 
und aromatisch.

Die Schokolade ist laut Text auf der Lasche (übrigens eine sehr schöne Idee) "award winning" und schmeckt wie ebenfalls selbst beschrieben, intensiv. Ziemlich bitter, wenig süß, leider keine weiteren Aromen außer Kakao. 
Die Konsistenz kann überzeugen, sie schmiegt sich zart an und schmilzt gleichmäßig auf der Zunge. Dennoch fehlt das Spezielle, das die Schokolade vom Mainstream abheben könnte. Sehr schade! Daher nur

***  / ***** Drei von fünf möglichen Sternen!



Die coppeneur Republic of Ghana PURistique 85%



 Diese Schoko hat eine wirklich ausgefallene Verpackung! Bis auf die letzte Klarsichtplastikhülle innen kann der Hersteller komplett auf Kleber und Plastik verzichten, weil die Pappe lediglich gefaltet ist und durch ein Querband zusammen gehalten wird. Super-schöne Idee. Innen findet sich sogar ein kleines Booklet über die Bean to Bar-Idee bei coppeneur und eine Anleitung direkt auf der Innenseite der Verpackung, wie man Schokolade am besten genießen soll: Sehen, Tasten, Hören, Riechen, Schmecken. Wirklich tolle Ideen insgesamt.

Der Geruch der Schokolade ist ebenfalls Appetit anregend, angenehm
süß und mit einer leicht fruchtigen Kakaonote.
Schade, dass der Geschmack weniger überzeugen kann. Sie ist wirklich sehr, sehr buttrig, bietet wenig Kakaonoten, ist für 85% sehr süß und sie schmilzt so schnell weg, dass man kaum Zeit hat, mögliche Aromen zu genießen.
Im Endeffekt sind deswegen leider ebenfalls nur gut gemeinte

***  / ***** Drei von fünf Sternen möglich!

Montag, 24. November 2014

Wohlfarths Schokoladen 1492, 1978 und "Schokolade"

Heute werde ich Euch meine Beute von letzter Woche genauer vorstellen. Dabei aufsteigend von 70% über 78% hin zu satten 92%. Puh!
Ein Nachwort zum Laden im Bikini: Im Laden darf man alles probieren, das lohnt sich doppelt, weil Fehlkäufe so fast unmöglich sind. Man muss nur die nette Verkäuferin einmal lieb fragen.

Wohlfarth legt viel Wert auf Nachhaltigkeit, zumindest wird einem das suggeriert: Jede der Banderolen um die Schokoladenfolie bestehe zu 100% aus Altpapier, sagt mir die Rückseite. Dazu sind alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau und die Schokolade wird, wie in meinem letzten Post kurz erwähnt, direkt in Berlin hergestellt, wo man sogar die Manufaktur besuchen kann. Handschriftlich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum aufgeschrieben, das etwa ein halbes Jahr in der Zukunft liegt, realistisch. Die Plastikfolie um die Schokoladen herum erweist sich als ziemlich hartnäckig, das Resultat ist wenig ästhetisch...



Ärgerlich, weil ich die Schoko ja auch lagern möchte...


Zuerst die "Schokolade".

Sie hat leider keinen weiteren Titel und nur auf der Rückseite steht klein drauf, dass sie 70%ig ist. Ein wenig schade, denn das Äußere fällt so ein wenig ab. Auf der Internetseite von Wohlfarth steht dafür eine relativ logische Erklärung, dass es eben "Kein Firlefanz" sei, sondern nur Schokolade.
Die Schokolade duftet verführerisch, doch der Geschmack ist sehr, sehr mild. Fast schon milchschokoladig, wie die Schokoladen zu Weihnachten oder zu Ostern. 
Sie ist nicht zu süß, ganz im Gegenteil, sie enthält ganz offenbar einzelne Salzkörner. Darauf muss man gefasst sein. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das ein kleiner, einmaliger Fertigungsfehler ist (Wohlfarth hat auch Schokoladen mit Salz im Angebot, sogenannte Salzstäbchen), da auf der Rückseite und in der Internetbeschreibung nichts von Salz steht. Deswegen gehe ich von einem Versehen aus, was allerdings nicht negativ ins Gewicht fallen sollte, da es bei einer so kleinen Manufaktur, genauso wie es zu Spuren von Lecithin, Nüssen, Lactose und Gluten, auch zu Spuren von Salz kommen kann.


Die "1978".

Eine lustige Idee, die Schokoladen nach Jahreszahlen zu benennen. Hierin findet sich ein Fairhandelanteil von 93%, Criollo-Kakao, meine Erwartungen sind dementsprechend hoch. 
Die Schokolade schmeckt leicht körnig, wenn sie schmilzt, hat einen guten runden Geschmack, leicht säuerlich/bitter und ausgewogen süß. 
Eine sehr leckere Wahl!


Die "1492".

Hier treffe ich auf eine Besonderheit, die Schokolade enthält Kakaobohnen-"Nibs" aus Madagaskar. Das sind knackige Bohnenstückchen. Die Tafel riecht nach Kakaopulver, aber bei 92% ist ja gar nicht viel mehr drin als Kakao! Dennoch ist sie geradezu mild, knackt schön bei den Nibs und man merkt eigentlich nicht, wie "hochprozentig" sie eigentlich ist. Eine schöne Schokolade, gerade auch zum Verschenken, finde ich. Dazu ein Berliner Produkt, also doppelt schön :)

Dazu hatte ich mir auch eine Trinkschokolade zum Einschmelzen geholt, bei der muss man wie immer aufpassen, dass man die Milch heiß genug macht, sonst schmilzt sie bröckelig rein und setzt sich unten ab. Süß, aber schon fast Standard bei solchen "Einmal-Trink-Schokoladen" ist der kleine Holzlöffel, der als Stiel der Schokolade dient und zum Naschen einlädt.

Für die Weihnachtszeit empfehle ich Euch dringend die Winterschokoladen von Wohlfarth, die haben wunderbare Weihnachtsgewürze verarbeitet, weder zu künstlich noch zu mild.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Domori Testwoche Canoabo 70%

Die Canoabo-Bohne

Domori pflanzt auch diese Bohne, mit deren Test meine einwöchige Reihe enden wird, auf eigenen Plantagen in Venezuela an. Laut eigenen Angaben werde ich gleich cremige Milch/Butter, Datteln und Mandeln schmecken. Klingt gerade richtig für einen langsam kühler werdenden Herbst!



Der Geschmack

Die Schokolade ist sehr zart, schmilzt schneller als die anderen getesteten. Sie ist sehr cremig, ein Mandelaroma ist ebenfalls zu erkennen, aber erst, wenn man die Schokolade eine Weile im Mund hat. Auf mich macht sie gerade den Eindruck einer fast perfekten Winterschokolade. Für den Sommer wäre sie mir zu buttrig, glaube ich.

Damit sind wir nun am unspektakulären Ende meiner Testreihe angelangt! 
Wenn ihr einmal nachtesten wollt, was ich hier eigentlich immer treibe, solltet ihr euch ebenfalls so eine Probepackung holen, denn gerade im Vergleich schmeckt man schon deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kakaosorten. 
Wollte ich für diese Auswahl Sterne vergeben, wären es in jedem Fall 5, denn alleine die große Vielfalt, die einem geboten wird, entscheidet schon! Außerdem hat mich Domori wieder einmal davon überzeugt, dass hier wirklich Leute dran sind, die mit Leidenschaft Kakao anbauen und Schokolade herstellen.

Montag, 20. Oktober 2014

Domori Testwoche Chuao 70%

Chuao

Der vorletzte Tag meiner Testwoche bringt uns auf eine Insel.
"Chuao" bezeichnet einerseits die Kakaobohne, aus der die heutige Schokolade besteht und andererseits das Dorf, aus dem sie stammt. Das gleichgenannte Dorf in Venezuela ist lediglich mit dem Boot zu erreichen und einige der edelsten Chocolatiers wetteifern um die Ernte. Früher zählte der Chuao zu den besten Kakaosorten der Welt, allerdings musste der Bestand, der mehrfach gefährdet war, mit Forastero und Trinitario ergänzt werden. Dennoch zählt Chuao-Kakao bis heute zu den begehrtesten Kakaosorten und ist immer noch offiziell ein "Criollo".
Allerdings scheint es so, dass Domori seinen eigenen Chuao anbaut, auf der Halbinsel Pari.
Diesmal findet sich keine Beschreibung bezüglich der Nebengeschmäcker dieser Schokolade.



Der Geschmack

Der Geschmack entfaltet sich ähnlich langsam wie in der übrigen Woche. Er ist sehr buttrig, fast schon fettig, sahnig und sehr klar. Nebennoten von Früchten, Brot oder ähnlichem konnte ich nicht ausmachen. Dafür bleibt der Geschmack lange Zeit auf der Zunge und wenn ich nicht wüsste, dass sie lecithinfrei ist, könnte ich es auch nicht sagen, so cremig, wie sie ist. 
Eine wirklich schmackhafte, sättigende Schokolade, es muss ja nicht jedes Mal einen Nebengeschmack geben :) Allerdings auch nicht mein Highlight diese Woche, da die anderen Schokoladen einfach durch ihre Vielfältigkeit im Geschmack mehr überzeugen.
Ich wundere mich auch, ob das an der Bohnenmischung der Chuao mit Trinitario und Forastero liegt, da alle anderen Criollos, die ich bisher getestet habe, eine deutliche Nebennote als Charakteristikum aufwiesen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Domori Teswoche Javablond 70%

Eine Kakaobohne ursprünglich aus Java

... daher der Name Javablond. "Blond", weil die Bohne hell war. Und "war", weil der größte Teil der Plantagen in Java bei einem Vulkanausbruch zerstört worden ist. Um den Erhalt zu sichern, wurde Forastero-Kakao eingebunden und heutzutage darf sich nur noch "Javablond" nennen, wer als Kakaobohne charakteristisch hell ist, das sind etwa 50% der Bohnen.
Ich bin etwas nervös, denn diese Schokolade soll nun nach Tabak, roten Früchte, Geräuchertem und Unterholz schmecken, dazu pikant sein. Wer jemals in den Genuss kam, Schokolade zu essen, die schon von Natur aus nach Bacon schmeckt, weiß, wieso ich mich grusele. Und für jeden, der dieses Vergnügen noch nicht hatte - lasst es! Außer ihr habt einen sehr eigenen Geschmack...


Der Geschmack

Da ich so einen Respekt vor diesem besonderen Leckerbissen habe, habe ich als Erstes den Fehler gemacht, daran zu riechen. Das hätte ich besser gelassen. Sie riecht stark salzig-würzig. 
Der erste Eindruck ist auf der Zunge, dass es relativ schwierig ist, die Schokolade zum Schmelzen zu bringen. Dann fängt der Grusel an. Ich mag mich täuschen und sicher gibt es viele, die vor Freude Luftsprünge machen ob der Geschmacksvarietät dieser Kakaobohne, aber sie schmeckt wirklich, wirklich nach geräuchertem Speck oder Bacon, dazu noch ganz, ganz leicht scharf. Und das vermengt mit Süße ist irgendwie sehr, sehr seltsam. Als würde man ein rosanes Macaron essen und es würde nach Spiegelei schmecken.
"Einzigartig" ist diese Schokolade in jedem Fall. 

Oh man, ich brauch jetzt erst einmal ein richtiges Stück Schokolade...

Samstag, 18. Oktober 2014

Domori Testwoche Porcelana 70%

Die Porcelana

... ist eine Kakaobohnensorte (im Übrigen bisher die Erste dieser Reihe, die nicht "Ocumar xy" heißt, sondern tatsächlich eine Eigenbezeichnung hat), die ich bereits für euch getestet habe. Damals handelte es sich um die Original Beans Porcelana (Valrhona und Amedei haben auch reine Porcelana-Schokoladen im Angebot, aber das nur nebenbei). 
Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob es da einen Unterschied zwischen beiden gibt :)
Die Porcelana wird als "die Criollo unter den Criollos" bezeichnet. Sie ist die wiederentdeckte weiße, äußerst seltene Kakaobohne, wie ich schon bei der Original Beans beschrieben habe. Im Fall von Domori wird Kakao aus Venezuela verwendet, wie bei der restlichen Testwoche auch.
Diesmal müsste ich Brot, Butter und Marmelade erschmecken können... ein ganzes Frühstück in einem Stück Schokolade, wenn das mal nichts ist!


Zum Geschmack

Ich bin schon ein großer Fan der Original Beans Porcelana gewesen und ich muss sagen, dass mich auch die Domori in keinster Weise enttäuscht. Bereits am Anfang entfaltet sich ein schön cremiger, butteriger Kakaogeschmack und tatsächlich schmeckt die Schokolade auch ein bisschen nach Brot! Aber natürlich keinesfalls so, dass man abgeschreckt sein müsste :)
Im Vergleich zur Original Beans fällt mir gleich auf, dass diese hier weniger sauer und dafür "buttriger" schmeckt, aber das ist Geschmackssache, was man da genau bevorzugt.
Wieder ist eine deutlich andere Note zu erkennen als bei der Puertomar und der Puertofino, bis jetzt freue ich mich also über meine Teswoche und ihre Ergebnisse :)

Freitag, 17. Oktober 2014

Domori Testwoche Puertomar 75%

Und einige Worte zur Bohne

Die Puertomar besteht aus der Criollo-Untersorte Ocumar 61, die ebenfalls in Venezuela angebaut wird, nachdem sie Ende der Neunziger aus sehr geringen Restbeständen wieder hochgezüchtet worden ist. Laut Beschreibung soll sie Geschmacksnoten von Sahne, Gewürzen, Mandeln und Kirschmarmelade (!) enthalten. Die Puertomar von Domori ist auch mehrfach ausgezeichnet, einmal von einer englischen und einmal von einer italienischen Jury.


Zum Geschmack

Die Domori Puertomar habe ich in diesem Blog bereits einmal für euch getestet, deswegen lässt sich dazu nicht viel Neues erzählen. Sie entfaltet ihren Geschmack recht schnell und tatsächlich ist sie sahniger als die gestrige Puertofino. Kirschmarmelade kann ich beim besten Willen nicht entdecken, eine ganz allgemein fruchtige Note lässt sich erahnen, aber deutlich wird auch diese leider nicht. Dennoch bin ich nach wie vor sehr begeistert von dieser Schokolade, Domori weiß eindeutig, was es tut!
Der Geschmack bleibt bei der heutigen Schokolade länger auf der Zunge.
Was schön ist: Man schmeckt wirklich einen deutlichen Unterschied zum gestrigen Stück, genau das habe ich gehofft.

Morgen sehen wir uns wieder mit der Porcelana!