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Sonntag, 31. Mai 2015

Michel Cluizel, letzter Tag

Oh nein, nun ist es mir doch passiert, auf der Zielgeraden das Ziel verfehlt! Naja, ich hatte auch viel um die Ohren, aber das soll keine Entschuldigung sein, deswegen (und weil ich gleich wieder los muss) kommt in Windeseile der letzte Test!
Ein roter Sonntag mit der Michel Cluizel Plantation Mokaya Bio. Dabei handelt es sich um eine 66%ige Schokolade von einer mexikanischen Plantage. 



Das Täfelchen duftet leider kaum, wenn man es auspackt und nimmt man es in die Hand, scheint es sofort weg zu schmelzen (und da wir gerade in Berlin nichts haben, das man als echten "Sommer" oder Spätfrühling bezeichnen könnte, kann es auch nicht an einer zu warmen Außentemperatur liegen...). Dieser Effekt setzt sich auch im Mund fort und ehe man es sich versieht, ist man auch schon fertig mit der Mokaya Bio. Das geht fast so schnell, dass man manche Geschmacksnoten verpasst. Hauptsächlich schmecke ich Süße, dann eine leicht kakaobittere Note und den gewohnten, leicht fettigen Film. Das Geschmackserlebnis geht so schnell, wie es kommt, eine langfristige Erfahrung ist es nicht. Schade, denn so bleiben als Geschmacksnoten nur Süß und ein kleines bisschen fettiges Bitter.

Naja, ein wahres Geschmackswunder war leider unter diesen Täfelchen nicht zu finden. 
Ich habe mich dafür entschieden, eine abschließende Gesamtbeurteilung in einem separaten Beitrag einzustellen, der hoffentlich ganz bald folgt. Dafür möchte ich mich aber noch ein wenig wie versprochen über die unterschiedlichen Auszeichnungen für Schokolade schlau machen.

Freitag, 29. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 4

So, ihr Lieben, ist heute ein blauer oder ein roter Tag? ;)
I feel blue, weil ich es gerade geschafft habe, mich irgendwo in der Brandenburger Pampa zu verfahren, statt meinen Sportkurs zu finden, wodurch ich zwar ein sehr nettes verschlafenes Dorf mitsamt Dorfkirche gefunden habe, zum einstündigen Kurs aber eine halbe Stunde zu spät kam. Eigentlich sollte man so einem Blues ja entgegensteuern, aber heute ist mehr ein Tag für hellblau. Hab ich eben Lust drauf. Vielleicht, weil die Schoko schon durch die Verpackung duftet. Mal sehen, was sie so hält.

Es geht um die Plantation Vila Gracinda mit immerhin 67% und damit bisher den meisten Prozent Kakao.



Hübsch, oder? Bisher meine Lieblingsfarbe, die könnte ich mir großflächig an die Wand packen.

Ausgepackt und dran geschnuppert, riecht die Schoko immer noch sehr angenehm, und geschmacklich ist die Schokolade ebenfalls, wie die gestrige, recht intensiv. Ich schmecke recht stark eine Art speckige Note heraus, weil sie, wie alle bisher, ein wenig "fettig" wirkt und durch die Röstnote... fühle ich mich irgendwie an Frühstücksspeck erinnert. Ich kann nicht endgültig sagen, ob das nun gut oder schlecht ist, irgendwas dazwischen, aber die gestrige hat mir eindeutig besser gefallen!
Bisher war ich ja nicht so sehr überzeugt von Michel Cluizel, sie haben Potenzial, aber es fehlt das gewisse Etwas, das die Schokolade aus der Masse heraus stechen lassen könnte.
Aber morgen kommt das Finale mit abschließender Beurteilung der Packung und einer letzten, roten, kleinen Tafel.

Naja, ich werde jetzt versuchen, einen Ersatzkurs zu meinem nicht gefundenen zu buchen.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 3

Als kleines Gegenprogramm zum GNTM-Finale, das gerade immer noch aufbereitet, inwieweit der verdächtige Koffer harmlos war, kommt hier meine dritte von fünf Schokos.
Es muss ja kein allzu langer Test werden, damit wir uns auch alle schnell wieder auf das Topmodel-Finale konzentrieren können, sofern außer langer Aufbereitung des unerwarteten Abbruchs sonst noch etwas läuft.

Also, heute die gelbe Schokolade der Plantation Mangaro mit 65% Kakao:



Diese Schokolade riecht angenehm fruchtig und erweist sich auch als frisch und angenehm im Geschmack. Sie hat keinen zu weichen Schmelz und ist ganz leicht säuerlich-fruchtig. Damit ist sie mein eindeutiger Favorit bisher!
Allerdings, und hier kommt mein mahnender Zeigefinger, sind die Aromen nicht rein aus der Kakaobohne oder ihrer Verarbeitung gewonnen, sondern es wurde laut Etikett Bourbon Vanille hinzugefügt. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen, nur, dass es recht schade ist, dass andere Schokoladen auch ohne Vanille ein ähnliches oder sogar ein besseres Aroma und Gesamtpaket abgegeben haben als diese. Ansonsten ist sie aber nicht zu beanstanden. Der Geschmack bleibt lange genug auf der Zunge, eine gute, solide für zwischendurch :)
Morgen und übermorgen kommen noch ein blaues und ein rotes Schokolädchen.

Oh, ich sehe gerade, eventuell geht es jetzt los mit Topmodel. Für wen seid ihr? Guckt ihr die Sendung? Ich bin für Anu, nicht, dass ich so eine Sendung schauen würde... ;)

Mittwoch, 27. Mai 2015

Michel Cluizel Tag 2

Jetzt hätte es meine guten Vorsätze beinahe schon erwischt und dazu reichte ein Besuch beim koreanischen Teehaus nach unserem Training. Seeehr empfehlenswert, nicht nur für Teefreunde, auch das Essen kann sich sehen lassen. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, besonders, weil es gerade mal drei kleine Tische in der unteren Ebene gibt.
Aber jetzt zur Schokolade :)

Heute geht es um die "Maralumi" von Michel Cluizel. Sie hat 64% und riecht und schmeckt ein wenig charakteristischer. Ihr Schmelz ist ein wenig härter als die gestrige. "grüne" Schoko, hat leider auch denselben ganz leicht fettigen Film. Trotzdem schmeckt sie mir wesentlich besser als die gestrige und die Aromen bleiben auch länger im Gaumen erhalten. Für mich sind 64% eigentlich ein wenig zu wenig, weswegen sie mir ziemlich süß vorkommt, aber ich denke, für so "wenig" Prozent ist das durchaus in Ordnung. Ein ganz bisschen erscheint sie mir rauchig-rostig, wie die "Bacon-Sorten", die ich bisher probiert habe, aber diese Note hält sich so dezent im Hintergrund, dass sie zum Glück nicht negativ ins Gewicht fällt. Anders als bei den eben genannten, bei denen mich der Bacon-Geschmack wirklich sehr irritiert hat, bildet die rauchige Note hier durchaus eine Bereicherung!

Ich habe jetzt öfter gelesen, dass Schokoladen, beispielsweise auch die von Michel Cluizel, "preisgekrönt" sind, was als Zeichen besonderer Exklusivität gehandhabt wird. Ich denke, ich lese mich da mal rein, was es so für Auszeichnungen für Schokolade gibt, im Moment beschleicht mich das Gefühl, dass es für wirklich jedes Detail an Schokolade eigene Auszeichnungen gibt... und das ist vielleicht nur mäßig sinnvoll. Aber vielleicht irre ich mich da ja!

Dienstag, 26. Mai 2015

Michel Cluizel Testwoche

Hello again! <3

Ich gebe zu, das war eine extrem lange Schreibpause. Nicht, dass ich komplett untätig gewesen wäre, aber meine Bachelor-Arbeit hat mir scheinbar alles andere aus dem Kopf gewischt, ich kann irgendwie nicht an mehreren "Baustellen" gleichzeitig schreiben >.<
Um jetzt wieder in den Fluss zu kommen und damit ich nicht wieder zu lange um den nächsten Eintrag herum druckse, stelle ich euch in den folgenden 5 Tagen wieder ein kleines Set von insgesamt 16 Tafeln Probiergröße vor, eine kleine Testwoche also. Ich habe das Set geschenkt bekommen, allerdings heißt das natürlich nicht, dass ich weniger kritisch urteile. ;) Diesmal nicht wie das letzte Mal von Domori, sondern von Michel Cluizel. Mal sehen, ob die mich genauso überzeugen wie Domori!


16 Tafeln, manche gibt´s doppelt und dreifach...

Das Äußere

Die Packung ist vielversprechend, 16 Täfelchen, fein säuberlich in eigener Schachtel. Zu sehen sind erst einmal 4 Sorten, wer ganz genau hinguckt, entdeckt unter der Überschrift 1ers Crus fünf kleine, auf ihrer Spitze stehende Quadrate, heißt das etwa, es sind 5 Sorten enthalten? Leider lässt die Verpackung den Verbraucher bis zum Öffnen darüber im Unklaren, auch da auf der Rückseite leider keine detaillierte Zutatenliste der einzelnen Sorten Platz findet, sondern lediglich alle Inhaltsstoffe gemeinsam gelistet werden. Eine Aufteilung in die unterschiedlichen Herkunftsplantagen habe ich bei genauerem Hinsehen entdecken können, eindeutig ist aber leider anders.
Tatsächlich finden sich fünf Sorten in der Packung (was sich komisch rechnet bei 16 Täfelchen...) zusammen mit einem kleinen Infoheftchen, das alle Plantagen in vier Sprachen (französisch, englisch, deutsch und spanisch) vorstellt und beschreibt:


Das Heftchen ist zugegeben sehr hübsch gestaltet
Gerade das Heftchen ist wirklich hübsch gelungen, es greift die Farben der einzelnen Schokoplättchen für die Nichtleser überschaubar wieder auf, nur die haben von den einzelnen Erläuterungen ohnehin nicht so viel. Es gibt sogar eine kleine Karte mit einer bildlichen Darstellung der Herkunftsorte.



Die inneren Werte - Los Anconès, Saint-Domingue

Beginnen möchte ich mit einem grünen Täfelchen. 67% Kakao, kein Sojalecithin, aber dem Duft nach zu urteilen recht viel Kakaobutter.

Weder besonders gut noch besonders schlecht.
Die Schokolade schmilzt leicht und zart auf der Zunge, hat einen ganz leicht fettigen "Film", möchte ich sagen. Für 67% ist sie weder zu süß noch zu sauer oder gar bitter, jedoch fehlt mir noch das gewisse Etwas. Sie erinnert mich an die Tafel Michel Cluizel, die ich letzten Sommer getestet habe. Weder besonders gut noch besonders schlecht, nur leider nichts Außergewöhnliches: Eine gute Schoko für zwischendurch, aber jetzt bin ich mal gespannt, was die folgenden Tage noch bringen werden! Ich hoffe sehr, dass mich Michel Cluizel noch positiv überraschen wird.

Montag, 24. November 2014

Wohlfarths Schokoladen 1492, 1978 und "Schokolade"

Heute werde ich Euch meine Beute von letzter Woche genauer vorstellen. Dabei aufsteigend von 70% über 78% hin zu satten 92%. Puh!
Ein Nachwort zum Laden im Bikini: Im Laden darf man alles probieren, das lohnt sich doppelt, weil Fehlkäufe so fast unmöglich sind. Man muss nur die nette Verkäuferin einmal lieb fragen.

Wohlfarth legt viel Wert auf Nachhaltigkeit, zumindest wird einem das suggeriert: Jede der Banderolen um die Schokoladenfolie bestehe zu 100% aus Altpapier, sagt mir die Rückseite. Dazu sind alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau und die Schokolade wird, wie in meinem letzten Post kurz erwähnt, direkt in Berlin hergestellt, wo man sogar die Manufaktur besuchen kann. Handschriftlich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum aufgeschrieben, das etwa ein halbes Jahr in der Zukunft liegt, realistisch. Die Plastikfolie um die Schokoladen herum erweist sich als ziemlich hartnäckig, das Resultat ist wenig ästhetisch...



Ärgerlich, weil ich die Schoko ja auch lagern möchte...


Zuerst die "Schokolade".

Sie hat leider keinen weiteren Titel und nur auf der Rückseite steht klein drauf, dass sie 70%ig ist. Ein wenig schade, denn das Äußere fällt so ein wenig ab. Auf der Internetseite von Wohlfarth steht dafür eine relativ logische Erklärung, dass es eben "Kein Firlefanz" sei, sondern nur Schokolade.
Die Schokolade duftet verführerisch, doch der Geschmack ist sehr, sehr mild. Fast schon milchschokoladig, wie die Schokoladen zu Weihnachten oder zu Ostern. 
Sie ist nicht zu süß, ganz im Gegenteil, sie enthält ganz offenbar einzelne Salzkörner. Darauf muss man gefasst sein. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das ein kleiner, einmaliger Fertigungsfehler ist (Wohlfarth hat auch Schokoladen mit Salz im Angebot, sogenannte Salzstäbchen), da auf der Rückseite und in der Internetbeschreibung nichts von Salz steht. Deswegen gehe ich von einem Versehen aus, was allerdings nicht negativ ins Gewicht fallen sollte, da es bei einer so kleinen Manufaktur, genauso wie es zu Spuren von Lecithin, Nüssen, Lactose und Gluten, auch zu Spuren von Salz kommen kann.


Die "1978".

Eine lustige Idee, die Schokoladen nach Jahreszahlen zu benennen. Hierin findet sich ein Fairhandelanteil von 93%, Criollo-Kakao, meine Erwartungen sind dementsprechend hoch. 
Die Schokolade schmeckt leicht körnig, wenn sie schmilzt, hat einen guten runden Geschmack, leicht säuerlich/bitter und ausgewogen süß. 
Eine sehr leckere Wahl!


Die "1492".

Hier treffe ich auf eine Besonderheit, die Schokolade enthält Kakaobohnen-"Nibs" aus Madagaskar. Das sind knackige Bohnenstückchen. Die Tafel riecht nach Kakaopulver, aber bei 92% ist ja gar nicht viel mehr drin als Kakao! Dennoch ist sie geradezu mild, knackt schön bei den Nibs und man merkt eigentlich nicht, wie "hochprozentig" sie eigentlich ist. Eine schöne Schokolade, gerade auch zum Verschenken, finde ich. Dazu ein Berliner Produkt, also doppelt schön :)

Dazu hatte ich mir auch eine Trinkschokolade zum Einschmelzen geholt, bei der muss man wie immer aufpassen, dass man die Milch heiß genug macht, sonst schmilzt sie bröckelig rein und setzt sich unten ab. Süß, aber schon fast Standard bei solchen "Einmal-Trink-Schokoladen" ist der kleine Holzlöffel, der als Stiel der Schokolade dient und zum Naschen einlädt.

Für die Weihnachtszeit empfehle ich Euch dringend die Winterschokoladen von Wohlfarth, die haben wunderbare Weihnachtsgewürze verarbeitet, weder zu künstlich noch zu mild.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Domori Testwoche Canoabo 70%

Die Canoabo-Bohne

Domori pflanzt auch diese Bohne, mit deren Test meine einwöchige Reihe enden wird, auf eigenen Plantagen in Venezuela an. Laut eigenen Angaben werde ich gleich cremige Milch/Butter, Datteln und Mandeln schmecken. Klingt gerade richtig für einen langsam kühler werdenden Herbst!



Der Geschmack

Die Schokolade ist sehr zart, schmilzt schneller als die anderen getesteten. Sie ist sehr cremig, ein Mandelaroma ist ebenfalls zu erkennen, aber erst, wenn man die Schokolade eine Weile im Mund hat. Auf mich macht sie gerade den Eindruck einer fast perfekten Winterschokolade. Für den Sommer wäre sie mir zu buttrig, glaube ich.

Damit sind wir nun am unspektakulären Ende meiner Testreihe angelangt! 
Wenn ihr einmal nachtesten wollt, was ich hier eigentlich immer treibe, solltet ihr euch ebenfalls so eine Probepackung holen, denn gerade im Vergleich schmeckt man schon deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kakaosorten. 
Wollte ich für diese Auswahl Sterne vergeben, wären es in jedem Fall 5, denn alleine die große Vielfalt, die einem geboten wird, entscheidet schon! Außerdem hat mich Domori wieder einmal davon überzeugt, dass hier wirklich Leute dran sind, die mit Leidenschaft Kakao anbauen und Schokolade herstellen.

Montag, 20. Oktober 2014

Domori Testwoche Chuao 70%

Chuao

Der vorletzte Tag meiner Testwoche bringt uns auf eine Insel.
"Chuao" bezeichnet einerseits die Kakaobohne, aus der die heutige Schokolade besteht und andererseits das Dorf, aus dem sie stammt. Das gleichgenannte Dorf in Venezuela ist lediglich mit dem Boot zu erreichen und einige der edelsten Chocolatiers wetteifern um die Ernte. Früher zählte der Chuao zu den besten Kakaosorten der Welt, allerdings musste der Bestand, der mehrfach gefährdet war, mit Forastero und Trinitario ergänzt werden. Dennoch zählt Chuao-Kakao bis heute zu den begehrtesten Kakaosorten und ist immer noch offiziell ein "Criollo".
Allerdings scheint es so, dass Domori seinen eigenen Chuao anbaut, auf der Halbinsel Pari.
Diesmal findet sich keine Beschreibung bezüglich der Nebengeschmäcker dieser Schokolade.



Der Geschmack

Der Geschmack entfaltet sich ähnlich langsam wie in der übrigen Woche. Er ist sehr buttrig, fast schon fettig, sahnig und sehr klar. Nebennoten von Früchten, Brot oder ähnlichem konnte ich nicht ausmachen. Dafür bleibt der Geschmack lange Zeit auf der Zunge und wenn ich nicht wüsste, dass sie lecithinfrei ist, könnte ich es auch nicht sagen, so cremig, wie sie ist. 
Eine wirklich schmackhafte, sättigende Schokolade, es muss ja nicht jedes Mal einen Nebengeschmack geben :) Allerdings auch nicht mein Highlight diese Woche, da die anderen Schokoladen einfach durch ihre Vielfältigkeit im Geschmack mehr überzeugen.
Ich wundere mich auch, ob das an der Bohnenmischung der Chuao mit Trinitario und Forastero liegt, da alle anderen Criollos, die ich bisher getestet habe, eine deutliche Nebennote als Charakteristikum aufwiesen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Domori Teswoche Javablond 70%

Eine Kakaobohne ursprünglich aus Java

... daher der Name Javablond. "Blond", weil die Bohne hell war. Und "war", weil der größte Teil der Plantagen in Java bei einem Vulkanausbruch zerstört worden ist. Um den Erhalt zu sichern, wurde Forastero-Kakao eingebunden und heutzutage darf sich nur noch "Javablond" nennen, wer als Kakaobohne charakteristisch hell ist, das sind etwa 50% der Bohnen.
Ich bin etwas nervös, denn diese Schokolade soll nun nach Tabak, roten Früchte, Geräuchertem und Unterholz schmecken, dazu pikant sein. Wer jemals in den Genuss kam, Schokolade zu essen, die schon von Natur aus nach Bacon schmeckt, weiß, wieso ich mich grusele. Und für jeden, der dieses Vergnügen noch nicht hatte - lasst es! Außer ihr habt einen sehr eigenen Geschmack...


Der Geschmack

Da ich so einen Respekt vor diesem besonderen Leckerbissen habe, habe ich als Erstes den Fehler gemacht, daran zu riechen. Das hätte ich besser gelassen. Sie riecht stark salzig-würzig. 
Der erste Eindruck ist auf der Zunge, dass es relativ schwierig ist, die Schokolade zum Schmelzen zu bringen. Dann fängt der Grusel an. Ich mag mich täuschen und sicher gibt es viele, die vor Freude Luftsprünge machen ob der Geschmacksvarietät dieser Kakaobohne, aber sie schmeckt wirklich, wirklich nach geräuchertem Speck oder Bacon, dazu noch ganz, ganz leicht scharf. Und das vermengt mit Süße ist irgendwie sehr, sehr seltsam. Als würde man ein rosanes Macaron essen und es würde nach Spiegelei schmecken.
"Einzigartig" ist diese Schokolade in jedem Fall. 

Oh man, ich brauch jetzt erst einmal ein richtiges Stück Schokolade...

Samstag, 18. Oktober 2014

Domori Testwoche Porcelana 70%

Die Porcelana

... ist eine Kakaobohnensorte (im Übrigen bisher die Erste dieser Reihe, die nicht "Ocumar xy" heißt, sondern tatsächlich eine Eigenbezeichnung hat), die ich bereits für euch getestet habe. Damals handelte es sich um die Original Beans Porcelana (Valrhona und Amedei haben auch reine Porcelana-Schokoladen im Angebot, aber das nur nebenbei). 
Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob es da einen Unterschied zwischen beiden gibt :)
Die Porcelana wird als "die Criollo unter den Criollos" bezeichnet. Sie ist die wiederentdeckte weiße, äußerst seltene Kakaobohne, wie ich schon bei der Original Beans beschrieben habe. Im Fall von Domori wird Kakao aus Venezuela verwendet, wie bei der restlichen Testwoche auch.
Diesmal müsste ich Brot, Butter und Marmelade erschmecken können... ein ganzes Frühstück in einem Stück Schokolade, wenn das mal nichts ist!


Zum Geschmack

Ich bin schon ein großer Fan der Original Beans Porcelana gewesen und ich muss sagen, dass mich auch die Domori in keinster Weise enttäuscht. Bereits am Anfang entfaltet sich ein schön cremiger, butteriger Kakaogeschmack und tatsächlich schmeckt die Schokolade auch ein bisschen nach Brot! Aber natürlich keinesfalls so, dass man abgeschreckt sein müsste :)
Im Vergleich zur Original Beans fällt mir gleich auf, dass diese hier weniger sauer und dafür "buttriger" schmeckt, aber das ist Geschmackssache, was man da genau bevorzugt.
Wieder ist eine deutlich andere Note zu erkennen als bei der Puertomar und der Puertofino, bis jetzt freue ich mich also über meine Teswoche und ihre Ergebnisse :)

Freitag, 17. Oktober 2014

Domori Testwoche Puertomar 75%

Und einige Worte zur Bohne

Die Puertomar besteht aus der Criollo-Untersorte Ocumar 61, die ebenfalls in Venezuela angebaut wird, nachdem sie Ende der Neunziger aus sehr geringen Restbeständen wieder hochgezüchtet worden ist. Laut Beschreibung soll sie Geschmacksnoten von Sahne, Gewürzen, Mandeln und Kirschmarmelade (!) enthalten. Die Puertomar von Domori ist auch mehrfach ausgezeichnet, einmal von einer englischen und einmal von einer italienischen Jury.


Zum Geschmack

Die Domori Puertomar habe ich in diesem Blog bereits einmal für euch getestet, deswegen lässt sich dazu nicht viel Neues erzählen. Sie entfaltet ihren Geschmack recht schnell und tatsächlich ist sie sahniger als die gestrige Puertofino. Kirschmarmelade kann ich beim besten Willen nicht entdecken, eine ganz allgemein fruchtige Note lässt sich erahnen, aber deutlich wird auch diese leider nicht. Dennoch bin ich nach wie vor sehr begeistert von dieser Schokolade, Domori weiß eindeutig, was es tut!
Der Geschmack bleibt bei der heutigen Schokolade länger auf der Zunge.
Was schön ist: Man schmeckt wirklich einen deutlichen Unterschied zum gestrigen Stück, genau das habe ich gehofft.

Morgen sehen wir uns wieder mit der Porcelana!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Domori Testwoche Puertofino 70%

Zuerst einige Worte zur Bohne

Die Schokolade "Puertofino" von Domori besteht aus der Criollo-Sorte Ocumare 67, die direkt auf der Domori-eigenen Plantage in Venezuela erzeugt wird.
Der Geschmack dieser Bohne soll karamellig sein, eventuell Tabaknoten, sogar Pilz-, Dattel- und Walnussnoten enthalten. Hui, dann bin ich aber gespannt, was mich hier erwartet!

Zur Verpackung werde ich mich in dieser Testreihe nicht einzeln äußern, das ist unsinnig, da alle die gleiche haben. Genauso gebe ich keine Sternchen, sondern werde am Ende meiner Testwoche schauen, ob sich das kleine Experiment gelohnt hat und ob man überhaupt einen Unterschied zwischen den Untersorten einer einzelnen Kakaobohne erkennt.


Zum Geschmack:

Die Schokolade ist sehr hart, es knackt richtig scharf, wenn man versucht, ein Stück von ihr abzubeißen. Sie schmilzt kaum auf der Zunge, es dauert ziemlich lange, bis sich der gesamte Geschmack im Mund verteilt hat. 
Erst kommt ein sehr zarter, feiner Kakaogeschmack durch, dann ein karamellig-nussiges Aroma, das eindeutig weihnachtlich schmeckt. Außerdem habe ich Haselnuss geschmeckt und zuletzt kommt auch eine rauchige Unternote gut durch.
Man muss mit dieser Schokolade wirklich Geduld haben, es dauert nämlich wirklich ungewöhnlich lange, bis sich der Geschmack überhaupt entfaltet und noch viel länger, bis alle Geschmacksnoten durch kommen. Aber was über die Bohne gesagt wird, stimmt: Sie trägt viele verschiedene Nuancen, nur an Pilze und Datteln habe ich mich (zum Glück!) nicht erinnert gefühlt.
Der Geschmack bleibt leider nicht lange auf der Zunge.

Mal sehen, was morgen der Vergleich mit der Puertomar zeigt!

Domori, eine Auswahl

Ich habe vor einigen Tagen ein kleines Geschenk bekommen, das eigentlich nicht besser hätte ausgewählt sein können. Die Packung ist klein, zeigt aber auf den ersten Blick, worum es sich handelt:




In der Packung befinden sich sechs kleine Täfelchen, die alle aus Kakao der Criollo-Bohne sind und zwischen 70% und 75% liegen. Domori stellt dabei sechs unterschiedliche Untersorten der Criollo vor.
Ideal zum Testen!

Also beginnt heute meine Testwoche, jeden Tag ein Stückchen!
Heute: Puertofino 70%
Freitag: Puertomar 75%
Samstag: Porcelana 70%
Sonntag: Javablond 70%
Montag: Chuao 70%
Dienstag: Canoabo 70%