Montag, 16. März 2015

Belyzium tabu

83%

Ich möchte gar nicht erst Zeit verlieren, daher gleich heute der Test der speziellen "tabu"-Schokolade von Belyzium, genau nach der Bedienungsanleitung, wie sie zu handhaben sei: Man lagere sie im Kühlschrank. Nehme sie heraus. Lasse sie etwa 5 Minuten auftauen. Dann genießen :)
Wie ich erwähnt habe, ist das eine Schokolade, die einen anderen Schmelzgrad hat als normale Schokoladen. Es gibt sie als Tafeln oder als Sticks, ich habe mir Sticks geholt, da ich ja eh teste :)

Das Äußere

Ein kleiner Größenvergleich :)
Die Verpackung ist schlicht und super-unscheinbar, Butterbrotpapier, vorne ein Aufkleber mit der Prozentzahl, hinten ein Klebepunkt, der die Packung schließt, an beiden Enden eingedreht wie ein Bonbon früher. Dazu lässt sich wirklich nicht viel sagen. Interessanterweise lässt diese Verpackung die Schokolade nach etwas Besonderem aussehen, so wie ja häufig in irgendeiner Art besondere Artikel sehr schlicht aussehen. Frisch aus dem Kühlschrank bricht die Schokolade knackig, aber schwer (die Sticks sind allerdings auch dicker als die Tafeln). Sie duftet fruchtig-kakaoig.

Die inneren Werte

Nach etwa fünf Minuten traue ich mich an das Probierstückchen, nicht, dass ich das perfekte Aroma verpasse ;) Nein, das ist nur ein Witz, ich hoffe mal, dass man nicht immer einen Wecker stellen muss, ehe man mal ein Stück Schoko essen darf, das wäre ja selten umständlich ;)
Sobald die Schokolade die Zunge berührt, fängt sie schon an zu schmelzen. Ein wenig, wirklich, wie Eissschokolade, für die, die sie kennen und mögen. Sie ist ausgesprochen bitter (wobei ich mich habe belehren lassen und sie deswegen lieber "ausgesprochen kakaointensiv" nenne, weil "bitter" zwar eine Schokoladenbitterkeit bedeutet und wenn der Kakaogeschmack dominiert, ist das eine angenehme Bitterkeit, anders als zB. roher Industriekakao) und verschwindet, ehe man sich´s recht versieht. Zurück bleibt eine fruchtige Kakaonote.
Der Schmelz ist somit eindeutig außergewöhnlich, super-cremig, gleichzeitig ein winziges bisschen körnig. Der Geschmack ist ebenfalls herausragend, schön fruchtig, herb, nicht zu süß. Schmeckt in jedem Fall nach mehr, mehr, mehr!

Fazit

Diese Schokolade ist in jeder Hinsicht besonders. Wo vielen kleinen, jungen Manufakturen zwar gute Schokoladen mit Aromen gelingen, wie Lebkuchen, Nüsse, Chili, schafft es diese Schokolade, einen ausgesprochen markanten, ausgewogenen, guten Geschmack zu schaffen. Noch dazu in einer Konsistenz, wie ich sie bisher noch selten geseh
en habe. Außerdem ist die Schokolade absolut bean-to-bar, frisch hergestellt in der Berliner Manufaktur, nie länger als einige Tage gelagert. Daher erhält diese Schokolade eine Benotung, wie es sie noch nicht gab, denn die Konsistenz ist einfach zu herausstechend aus der Masse an Schokoladen, als dass sie unerwähnt gelassen werden dürfte.
Pro: Eigentlich so ziemlich alles: einer der ausgewogensten Schokoladen vom Geschmack her bisher; sehr lobenswerte Herstellung; unglaublicher, besonderer Schmelz.
Contra: Verpackung zu schlicht; muss im Kühlschrank gelagert und vor Verzehr 5 Minuten "aufgetaut" werden.

Ergebnis: ***** + / *****. Fünf von 5 Sternen und ein Plus!

Einige Fotos

Mehr Fotos haben in meinen Bericht nicht mehr rein gepasst, daher kommen hier noch drei kleine Aufnahmen von der Schokoladenherstellung :)

Das erste Mal auf dem Wackelbrett
Oben seht ihr, wie auf demselben Gerät, aus dem die Schokolade fließt, auch die Wackelplatte angebracht ist. Nicht mit aufgenommen ist der Lärm, den Plastik und Metall beim Aufeinanderklappern machen :) Durch das Schütteln werden eventuelle Luftbläschen hinaus gewackelt.

Verfeinern...
Hier seht ihr den zweiten Schritt, das Verfeinern. In diesem Fall mit Schokoladennibs, ich hatte ja für meine Tafel Kirschen gewählt.

Ein zweites Mal wackeln.
Jetzt wird noch einmal gewackelt, damit die Zutaten auch schön rein gearbeitet werden. Danach muss die Tafel nur noch in den Kühlschrank.

Die fertige Tafel.

Sonntag, 15. März 2015

Selbstgemachte Schokolade von Belyzium



Das Symbol von Belyzium: der Querschnitt einer Kakaobohne
Gestern hatte ich die große Freude, bei Belyzium, einer vergleichsweise sehr jungen Schokoladenmanufaktur, am Schokoladenseminar teilzunehmen. Ein wenig abseits der Hauptgeschäftsgebiete Prenzelbergs liegt der Laden in einem Eckgebäude, dessen Front schön regenwaldig bemalt ist. Innen steht eine kleine Kakaopflanze, einige Tische und Stühle, Probierschälchen und nur und ausschließlich selbst produzierte Schokoladen. An der Wand hängt ein Bildschirm, der anschaulich die Geschichte des Kakaos und der Plantagen von Belyzium darstellt.
Alles, was das Schokoladenherz begehrt
Der Laden existiert erst seit September 2014 in Berlin, der Gründer ist gebürtiger Russe, lebt seit zwanzig Jahren in Kalifornien und hat beschlossen, sein Geschäft am besten in Berlin zu eröffnen. Dabei ist das Geschäftsmodell bean-to-bar, das heißt, die Plantagen, von denen der Kakao kommt, sind bekannt, liegen in Belize, einem kleinen Land in Mittelamerika, und werden genau ausgewählt, Chemikalien kommen nicht zum Einsatz. Dort, vor Ort, werden die Bohnen fermentiert und getrocknet, ehe sie in Berlin ankommen, wo sie geröstet und weiter verarbeitet werden. Belize war schon früh eine Hochburg des Kakaos, da die Mayas, von deren Nachkommen bis heute 30.000 noch im Land leben, den Kakao äußerst hoch geschätzt haben (sie hatten sogar eine dazu gehörige Göttin, Ixcacao).


Nun zum Seminar! Zuerst wurden wir alle mit einem Tee aus Kakaoschalen begrüßt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wirklich lecker :)
Als kleine Besonderheit war Andrew, der eben genannte Gründer, gerade in Berlin und führte uns daher persönlich herum. Wir erfuhren eine ganze Menge über die Geschichte des Cacaos und der Schokolade, durften uns die Manufaktur hinter gläsernen Türen genau ansehen, haben alle Arbeitsschritte erklärt bekommen und durften am Ende unsere eigene Tafel Schokolade in Händen halten. Belyzium hat sich auf dunkle Schokolade spezialisiert, der geringste Kakaogehalt ist 78%, der höchste sogar 100%. 
Links: ohne Haube geht nichts! Rechts: Das Kakaopflänzchen
Die Maschinen in der Manufaktur haben eine ganz eigene Geschichte; da nämlich die Maschinen zur Schokoladenherstellung meistens industrielle, riesige Größen haben, musste Belyzium erfinderisch sein: Zum Schälen der Bohnen wurde ein Gerät extra "gebastelt", an dessen Ende sogar ein ganz herkömmlicher Staubsauger steht, der die Schale von der Bohne trennt. Danach kommen die Bohnen-Bruchstücke in eine Erdnussbuttermaschine, die zuerst manuell mit dem Föhn erwärmt wird, damit der Kakaobrei durchfließen kann. Er hat jetzt eine sehr lustige Konsistenz, schmeckt aber auch noch sehr intensiv.
Daneben kommen Bohnen auch in die Ölpresse, wo Kakaobutter und der entölte Rest getrennt werden. Kakaobutter wird benötigt, um höher prozentige Schokolade cremig zu erhalten. Allerdings ist die Ölpresse nicht ergiebig genug, weswegen Belyzium auch Kakaobutter ankauft; das sei allerdings unproblematisch, weil das Aroma davon nicht beeinflusst würde.
Die Erdnussbuttermaschine
Als letzter Schritt kommt die Masse in ein ursprünglich indisches Gerät zum Curry-Walzen, wo durch Granitwalzen die Konsistenz in eine ebenmäßige Form gebracht wird. Hier werden auch Zucker und zusätzliche Kakaobutter hinzugefügt. Der Prozess dauert mehrere Stunden und das Ergebnis schmeckt schon richtig gut; als Brotaufstrich würd ich das sofort nehmen. :) Nun muss die Masse nur noch in den Erhitzer, die einzige Maschine, die wirklich zur Schokoladenherstellung gedacht ist. Dort wird sie auf ungefähr 50° erhitzt und auf 31,7° abgekühlt. Das Gerät hat eine Art Hahn, von dem man die Schokolade auf die Tafeln abfüllt.
Erhitzen, abkühlen, erhitzen...
Nun wird es ganz spannend; die Kakaobutter bilde, erklärte uns Andrew, je nach Höhe der Erhitzung beim Abkühlen unterschiedliche Kristalle, die dann die Schmelztemperatur beeinflussen. Eine normale Schokolade schmilzt bei etwas über 30°, Belyzium hat sich allerdings ausgedacht, andere Kristalle (Typ 5) entstehen zu lassen, um eine andere Art von Schokolade zu erschaffen (die "tabu"); diese schmilzt bei Zimmertemperatur, schmeckt fast ein wenig wie Eisschokolade und bildet ein wirklich auffällig anderes Esserlebnis. Sie muss deswegen auch im Kühlschrank gelagert werden.
Anschließend durften wir, wie bereits eingangs erwähnt, eigene Schokoladentafeln herstellen, wenn wir wollten, verfeinern (bei mir sind Kirschen drin) und kühlen lassen. Dazu füllt man die Schokolade in die Tafelform und stellt diese auf ein Wackelbrett, um unnötigen Lufteinschlüsse zu vermeiden. Dann fügt man hinzu, was man drin haben will, und lässt die Form noch einmal wackeln. Fertig ist das Meisterwerk.


Was für ein Gefühl, wenn man das liest :)


Hättet ihr´s erraten?
Wieder vor der gläsernen Manufaktur-Tür, durften wir drei Schokoladen einem Geschmackstest unterziehen, darunter eine konventionelle (Lindt), eine klassische von Belyzium und eine "tabu". Der Unterschied ist unglaublich. Gründe für den recht einfachen Geschmack konventioneller Schokoladen sind: andere Bohnen (nämlich Konsumkakao statt Criollo und Trinitario, siehe auch "Die Kakaobohne"), lange Lagerung, Verarbeitung in großen "Massenmaschinen". Dadurch schmecken diese Schokoladen gar nicht wirklich nach dem Eigengeschmack von Kakao, sondern brauchen zum Beispiel Vanillearoma und ähnliches.

Ich werde auf jeden Fall die "tabu" noch einmal für Euch testen, weil sie eine echte Besonderheit und mir so noch nicht untergekommen ist.
Wenn ihr mal in der Gegend seid, macht den kleinen Schlenker von der Kastanienallee in Prenzelberg hin zu Belyzium in der Lottumstraße :) Es gibt einen kleinen Cafébereich, man darf viel probieren und die Schokoladen überzeugen durch Geschmack und ein sehr unterstützenswertes Konzept!

Donnerstag, 12. März 2015

PACARI® Piura Quemazón

single region fine chocolate
70% cacao

Zutaten: Kakaobohnen*, Zucker*, Kakaobutter*, Sonnenblumenlecithin, Frei von Soja, Kann Spuren von Milch, Nüssen und Erdnüssen enthalten!

Diesmal teste ich eine Schokolade, die, böse böse, Lecithin enthält. Es handelt sich dennoch um etwas Besonderes, um ein "from tree to bar"-Produkt von pacari®, eine ecuadorianische raw-Schokolade. Raw-Schokoladen, das sind solche, deren Bohnen nie auf mehr als 49° erhitzt worden sind und die deswegen mehr gesunde Antioxidantien enthalten, die wiederum der Zellerneuerung helfen.
Dazu gehört die Bohne Piura Quemazón zu den weißen Kakaobohnen, wie die Piura Porcelana, von der ich schon eine Schokolade vorgestellt habe: hier .
Nun zur Schokolade!



Das Äußere

Pacari® hat ein festes Konzept, wie grundlegend alle Schokoladen verpackt sind. Diese Verpackung habe ich bereits hier, als ich das erste Mal pacari® getestet habe, genauer beschrieben und auch die Tafel, die ich jetzt in der Hand halte, macht darin keine Ausnahme. Die Schokolade duftet angenehm, wenn man die Nase ran hält und sie bricht recht hart.






Die inneren Werte

Es dauert eine ganze Weile, bis das Stückchen Schokolade anfängt zu schmelzen, dann aber entfaltet sich ein sehr angenehmes, tief-schokoladiges Aroma, ein wenig fruchtig. Die Konsistenz ist gut, viel weniger cremig als die anderen Schokoladen, die ich in letzter Zeit getestet habe. Mir persönlich gefällt diese Konsistenz, doch es ist nichts, was ich nicht schon bei anderen Schokoladen gesehen habe, die ohne Lecithin auskommen. Vielleicht liegt es am Verfahren für raw-Schokolade, dass Lecithin notwendig wird, ich weiß es nicht genau. Dennoch hinterlässt die Schokolade einen sehr angenehmen, leicht süßen und fruchtigen Nachgeschmack. Sie schmeckt eigentlich nicht viel anders als "nicht-raw"-Schokolade derselben Marke.


Fazit

Pacari® ist hier eine grundsolide Schokolade gelungen, die gerade mit ihrer milden Fruchtigkeit gut überzeugen kann. Und ich als Verfechterin der Ansicht, dass Schokolade eben doch gesund ist, freu mich natürlich wie ein Schnitzel, dass raw-Schokolade nun tatsächlich gesund sein soll. Insofern gerne mehr davon!
Pro: raw; angenehme Konsistenz; mild-fruchtig; angenehmer Nachgeschmack.
Contra: Sonnenblumenlecithin.

Ergebnis: **** / *****. Vier von fünf möglichen Sternen!

Montag, 9. März 2015

MAROU FAISEURS DE CHOCOLAT

Lam Dong 74%
So Co La Den
Single Origin
Dark Chocolate

Zutaten: Kakao 74% mindestens (Kakao & Kakaobutter), Rohrzucker.

Heute stelle ich euch eine Schokolade vor, die mir mehr zufällig beim Shoppen in die Hände gefallen ist. Mit einem stolzen Preis von 6 Euro zählt sie auf den ersten Blick zu den teuereren Schokoladen, allerdings sind auch 100g enthalten und da nivelliert sich das, die anderen Schokoladen, die ich teste, liegen ja auch meistens bei 3 bis 4 Euro, aber für 50-60g!


Das Äußere

Die Tafel ist wirklich hübsch verpackt und ich fand sie auch daher auf den ersten Blick anziehend. Die Bezeichnung "tut so, als wäre sie vietnamesisch", wobei ich ganz leicht bezweifle, dass in Vietnam Schokolade "So Co La De" heißt :) Auf der Rückseite ist genau beschrieben, wo die Schokolade herkommt, der Kakao nämlich tatsächlich aus Vietnam, aus den Wäldern nahe der Hochebene zwischen Madagui und Bao Loc. Hergestellt wird die Tafel dann in Saigon.
Die Papierverpackung ist sauber und super-klebend geschlossen, allerdings wirklich nicht zum Wiederverschließen gedacht :) Und in der äußeren liegt eine innere Verpackung aus vergoldeter Folie. Die Aufteilung der Tafel finde ich wirklich schön, daher findet sie sich auch auf einem der Fotos wieder :)


Die inneren Werte

Beim Öffnen haut einen der Duft zwar nicht gerade um, angenehm riecht es aber in jedem Fall, leicht rauchig, süßlich-herb. Die Stücke knacken weich, wenn man sie bricht.
Auf der Zunge ist die Schokolade anfangs ganz schön sauer! Nach und nach kommt die kakaoig-bittere Note durch und erst ein ganzes Stück später die Süße, zusammen mit einem milden Raucharoma. Der Schmelz ist auch bei dieser Schokolade kaum zu beanstanden, selbst an einem ganzen Stück hat man gut zu essen ;) 
Sie hinterlässt einen säuerlichen Nachgeschmack. Ich habe es als ziemliche Überraschung empfunden, so einen sauren Geschmack zu bekommen, wo der Geruch eher rauchig-baconig wirkte. Das bleibt aber auch die einzige Überraschung, im Nachgeschmack kommt noch ein kleiner Hauch Orange dazu, aber nur ganz leicht. Eine schön zu essende, weil nicht komplizierte Schokolade :)


Fazit

Für einen Spontankauf bin ich wirklich zufrieden mit dieser Schokolade! Wenn die Angaben dazu noch wahr sind (und davon gehe ich jetzt einfach mal aus), ist das einzige Problem, dass eine Herkunft aus Vietnam noch rein gar nichts über die Bedingungen dort aussagt; immerhin wird sie auch vor Ort verarbeitet. Eine ziemlich gute Schokolade mit überzeugendem, recht speziellen Geschmack, also grundsolide.
Pro: Hübsche Verpackung; guter Schmelz; angenehm ausgewogener Geschmack; speziell; ohne unangenehme Überraschungen.
Contra: Herkunft sagt nichts über Herstellungsumstände aus; Packung etwas zäh zu öffnen; Schokolade ist schon eher sauer.

Ergebnis: *** / *****. Drei von fünf möglichen Sternen!

Ach, ein kleiner Nachtrag! Am kommenden Samstag bin ich zu Besuch bei Belyzium und darf dort meine eigene Schokolade herstellen und Fragen stellen. Der Bericht folgt dann hier auf dem Fuße! Seid gespannt, ich jedenfalls bin es :)

Donnerstag, 5. März 2015

Wohlfarth 2081

Zutaten: Kakaomasse, Roh-Rohrzucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver. Kakao: 81% mindestens.
Alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Als Ergänzung zum eh schon zu langen Artikel über Wohlfarth Schokoladen kommt nun der Test der 2081. Diese Tafel enthält Vollmilchschokolade, deswegen fiel sie zuerst aus meiner Testreihe raus, aber nun, da ich die Geschichte der Tafel gehört habe, hat sie mein Interesse geweckt :)


Äußere Erscheinung

Die Verpackung ist wie bei den anderen Schokoladen von Wohlfarth, Zellglas-Folie und eine Altpapier-Banderole darum herum. Darin sieht man die hübsche, typisch gemusterte Tafel. Wenn man die Nase ganz nah an die Folie hält, kann man schon den Duft erahnen ;)
Beim Auspacken riecht die Schoko angenehm nach Kakao und schön süß. Sie bricht sehr weich (genau so, wie sie auch gebissen sehr weich bricht). Diese Verpackung ist nicht die endgültige Variante, es soll laut C. Wohlfarth noch eine Verpackung aus Pappe folgen, die sich an den gerade "angesagten" Schokoladen von Domori, Pacari, Original Beans usw. orientiert.




Innere Werte

Die Schokolade besteht laut den Aussagen von Christoph Wohlfarth aus 100%iger Schokolade und Milchschokolade, von der genau so viel hinzugefügt wird, dass das Gesamtergebnis 81% Kakao beträgt. Dabei soll sie aber süßer schmecken als übliche 81%ige Schokolade, weil die Milchschokolade die Milde hinzugibt (Für C. Wohlfarth die "Schokolade der Zukunft", weil die Milch- und Bitterschokoladenliebhaber beide auf ihre Kosten kommen, daher das zukünftige Datum).
Das Interessante ist, dass der Schmelz wirklich mehr an Milchschokolade erinnert, sogar eine leichte milchige Note lässt sich erahnen. Es ist spannend, eine dunkle Schokolade zu essen und dabei einen Milchschokolade-Geschmack zu haben, nur in bitter. Schwer zu beschreiben :) Mir persönlich ist sie ein wenig zu milchig, ich bin eben die Bitter-Fraktion! Aber das Konzept geht auf, zumindest insofern, als dass man eindeutig beide Schokoladenarten herausschmecken kann, was ich gar nicht in diesem Maß gedacht hätte.


Fazit

Die Komposition hat Potenzial, auch wenn sie vielleicht noch ein wenig experimentell wirkt. Daher trifft der Name als "Schokolade der Zukunft" schon gut den Kern der Sache, Dazu weiß ich ja, dass es sich um "guten" Kakao handelt und sogar die Verpackung komplett abbaubar ist. Wie ich aber ebenfalls erfahren habe, lässt sich die Schokolade nicht perfekt lagern, weil das Zellglas ein wenig an Aroma "verduften" lässt.
Pro: Schöne, durchdachte Idee; ökologisches Produkt; überraschender Schmelz; leichter "Nachgeschmack" (Geschmack bleibt auf der Zunge).
Contra: Wirkt noch ein wenig experimentell; mir als Bitterliebhaber ein wenig zu milchig; Verpackung wie bei den anderen Schokoladen nicht gut zu öffnen und zu schließen (daran wird in Zukunft gearbeitet).

Ergebnis: *** / *****. Drei von fünf möglichen Sternen!

Mittwoch, 4. März 2015

omNom hand crafted chocolate reykjavik 70%

Heute teste ich für Euch eine meiner Ausbeuten von meinem Besuch bei Wohlfarths Schokoladen. Es handelt sich dabei um handgefertigte Schokolade aus Island, 70% Kakaoanteil, die Kakaobohnen kommen aus Papua Neu Guinea, wie der Umschlag erkennen lässt.

Zutaten: Organische Kakaobohnen aus Papua Neu Guinea, roher Rohrzucker und Kakaobutter.



(Angebliche) Geschmacksnoten















Äußere Erscheinung

Die Tafel ist fast schon "typisch nordisch" verpackt, funktional und einfach, wobei die Betonung wirklich auf funktional liegt. Dabei hat sie etwas geometrisches, was ich sonst eher von nordischen Deko-Elementen zur Heimgestaltung kenne ;) Schön ist, dass die Schokolade super-einfach wieder zu verpacken ist, man merkt gar nicht, dass sie schon einmal geöffnet war!
Innen findet sich eine Alufolie, die auf der der Schokolade zugewandten Seite extra beschichtet ist. Noch bevor man deren Klappe öffnet, strömt einem schon ein intensiver, rauchiger Geruch entgegen. Das lässt mich befürchten, was ich sicher gleich schmecken werde: Bacon!
Inzwischen habe ich aber von Christoph Wohlfarth erfahren, dass dieser rauchige Duft daher kommt, wie die Kakaobohnen geröstet werden, in diesem Fall über offenem Feuer. Jeder, der schon einmal aus Scherz ein Glas über eine Kerze gehalten hat, weiß, was dann passiert: Es bildet sich Ruß. Das ist das ganze Geheimnis!


Innere Werte

Die Schokolade hat einen angenehmen Schmelz, recht bald macht sich der rauchige Geschmack breit. Es finden sich auch ganz leicht säuerliche Noten, die mit dem weiteren Verzehr deutlicher hervortreten. Die Konsistenz ist cremig, weder zu leicht, noch zu schwergängig. (Für mich zum Glück) tritt nach und nach das Rauchige aroma ein wenig in den Hintergrund und kommt erst beim Abgang wieder deutlich zum Vorschein (für mich nicht so sehr zum Glück ;) ). Der Geschmack der Schokolade, der gegen Ende auch deutlich buttrige Züge annimmt, bleibt eine angenehme Weile ohne störende Nebengeschmäcker auf der Zunge. Insgesamt ist der Geschmack sehr ausgewogen, lediglich die anfangs etwas ungewohnte Note von "Bacon" ist vielleicht gewöhnungsbedürftig. Keine Schokolade, von der man auf einmal eine ganze Tafel essen sollte, aber das wisst Ihr ja, wie ich dazu stehe. ;)


Fazit

Diese Schokolade wurde mir bei Wohlfarths empfohlen, und nicht zu unrecht! Sie ist sehr speziell, von der Konsistenz her absolut nicht zu beanstanden und rund im Geschmack, bildet einen angenehmen Nachgeschmack und die Firma legt sogar Wert auf gute Produktionsbedingungen (diese Info steht allerdings nicht auf der Verpackung). Lediglich die sehr eigenwillige Note ist vielleicht ein kleiner Minuspunkt, weil sie so sicher nicht Jedermanns Geschmack trifft.
Pro: Super Konsistenz; ein großes Plus für das hübsche Design ;) ; charakterstarker Geschmack mit angenehmem "Halt"; Wert gelegt auf gute Bedingungen.
Contra: Sehr eigenwilliger Geschmack, denn das Rauchige kann durchaus auch als störend empfunden werden, daher keine Schokolade für alle Fälle.

Ergebnis: **** / *****. Vier von fünf möglichen Sternen!


Wie steht Ihr zu Schokolade, die nach "mehr als nur Schoko" schmeckt? Wollt Ihr einfach Schokolade schmecken, wenn Schokolade drauf steht, oder gehört Ihr zur wagemutigen Chili-Schoko-Experimentier-Fraktion?